Laufzeit: 01.07.2006-31.12.2008
Soziale Kompetenzen, selbstständiges Arbeiten, Kenntnisse in Fremdsprachen und nicht zuletzt die Fähigkeit, über den eigenen Horizont hinauszuschauen - diese Anforderungen werden in Zukunft auch an Auszubildende im Handwerk vermehrt gestellt. Während aber an Hochschulen und in anderen Wirtschaftsbereichen so genannte Mobilitätsprogramme einen guten Zuspruch erfahren, werden Auslandspraktika von den Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben des Handwerks noch nicht in ausreichendem Maße als Chance einer persönlichen beziehungsweise betrieblichen Fortentwicklung genutzt.
Vor diesem Hintergrund hatte sich das „Modellprojekt zum systematischen Aufbau einer grenzüberschreitenden Mobilitätskultur unter Nachwuchskräften im nordrhein-westfälischen Handwerk" zum Ziel gesetzt, sowohl Auszubildende und Ausbilder als auch Betriebe und Träger für dieses Thema stärker zu sensibilisieren. Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union wurde das Projekt von der LGH in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Aachen, der Handwerkskammer Münster und den Bildungszentren des Baugewerbes durchgeführt. Zur besseren Förderung von Auslandsaufenthalten fand zudem die Vernetzung mit weiteren Trägern statt, die bereits über eigene Mobilitätserfahrungen verfügen.
Darüber hinaus wurde die in einem Vorgängerprojekt des Westdeutschen Handwerkskammertages mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen entwickelte Zusatzqualifikation „Europaassistent/in im Handwerk" in die Umsetzung geführt. Leistungsstarke Auszubildende erhalten dabei im Rahmen eines besonderen Berufsschulunterrichtes Fremdsprachentrainings und werden in europäischem Waren- und Wirtschaftsrecht, in interkulturellen Kompetenzen sowie in Europa- und Länderkunde unterrichtet. Ein mehrwöchiges Praktikum im Ausland rundet die Zusatzqualifikation ab. Der/die "Europaassistent/in im Handwerk" endet mit einer Fremdsprachenprüfung im Berufskolleg und einer Fortbildungsprüfung vor der Handwerkskammer.
Entwicklungen des Projektes sind u.a. das öffentlichkeitswirksame Label "let's go: Auslandspraktika in der handwerklichen Ausbildung" und der Web-Dienst www.letsgo-azubi.de „Der Treffpunkt für weltoffene Auszubildende im Handwerk", der mit dem Sonderpreis "Beste Community" im Wettbewerb "Weg ins Netz" 2008 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ausgezeichnet wurde. In die Internetseite können Auszubildende, die ein Auslandspraktikum absolviert haben, Bilder, Berichte und Bewertungen zu ihrem Praktikum einstellen und sich über Community-Funktionen untereinander austauschen. Wie die ersten Einträge zeigten, waren die Berichte bestens geeignet, auch andere Auszubildende für einen Schritt über die Grenzen zu interessieren. Die Menüpunkte bieten zusätzliche Informationen zur Organisation und Förderung eines Auslandsaufenthalts in der Lehre. Aus der Rubrik „Wer hilft?" werden Interessenten direkt auf die ebenfalls eingerichtete Adresse www.letsgo-netz.de des „let's go-Netzwerks zur Förderung von Auslandspraktika in der handwerklichen Ausbildung" weitergeleitet. Auf der Website dieses informellen Verbundes können Einrichtungen ein eigenes Profil mit eigenen Mobilitätsmaßnahmen einstellen und sich zudem über zahlreiche Funktionen miteinander austauschen. Die Teilnahme am let's go-Netz steht Trägern des Handwerks, Berufsschulen und sonstigen Einrichtungen kostenlos offen.
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