Gute Mitarbeiter und insbesondere ein gutes Team sind die besten Werbeträger – gegenüber Kunden und auch für die Gewinnung neuer Mitarbeiter. Denn zufriedene Beschäftigte empfehlen Ihren Betrieb weiter. So ist es im Umgang mit Kunden wichtig, dass Ihre Mitarbeiter gerne bei Ihnen arbeiten und so einen positiven Eindruck hinterlassen. Motiviertes Personal trägt somit sehr zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens bei. Dagegen führen Unzufriedenheit am Arbeitsplatz und ein schlechtes Betriebsklima oftmals zu Fluktuation und auch zu Fehlzeiten, die hohe Kosten verursachen. Wie aber bekommt man ein „gutes Team“? Was können Sie konkret tun, damit Ihre Mitarbeiter gesund und motiviert sind, also gerne bei Ihnen arbeiten? In diesem „Thema des Monats“ geben wir Ihnen Tipps, wie sie sich und andere gut und gesund führen. Sport ist dabei ein ganz probates Mittel zum Zweck.
Die Anforderungen an Sie und ihre Mitarbeiter sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Wir haben zwar mehr technische „Hilfsmittel“ zu Verfügung, um die Arbeit zu erleichtern. Im Gegenzug jedoch ist vor allem der Zeitdruck größer geworden, die Arbeit hat sich verdichtet. Dagegen können Sie nur wenig tun. Sie können aber mit sich selbst und mit Ihren Mitarbeitern achtsam umgehen und Maßnahmen ergreifen, damit alle im Team gute Arbeit leisten.
Viele Betriebe versuchen, mit Maßnahmen wie finanziellen Anreizen („Incentives“) ihre Mitarbeiter zu binden und deren Engagement zu steigern. Natürlich trägt ein angemessener Lohn zur Zufriedenheit des Personals bei und eine Lohnerhöhung wirkt sich auch auf die Motivation positiv aus. Sie ist jedoch relativ schnell wieder vergessen, wie viele Umfragen zeigen. Man hat sich eben nach recht kurzer Zeit schon an das „bisschen mehr“ im Portemonnaie gewöhnt.
Deutlich nachhaltiger sind da Maßnahmen und Aspekte, die nicht nur individuelle Leistungsanreize bieten, sondern auf die Motivation und das Wohlbefinden aller abzielen wie beispielsweise
- ein gutes Betriebsklima, damit man gerne zur Arbeit geht
- eine offene Kommunikation
- die Beteiligung der Mitarbeiter (finanziell oder durch Delegation von Aufgaben)
- ein gezielter Belastungsabbau (Hilfsmittel einsetzen, flexible Arbeitszeiten)
- Wertschätzung und die Anerkennung der Leistung (regelmäßige Gespräche, regelmäßiges Feedback)
- Interesse an jedem Mitarbeiter, um dessen Potenziale zu kennen
- Ressourcenaufbau (betriebliche Gesundheitsförderung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Weiterbildung)
- ganz allgemein gute Rahmenbedingungen für die Arbeit (finanzielle Bedingungen, Arbeitsinhalte, -organisation und -umgebung).
Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang der Aspekt des Wissenstransfers. Er ist nur bei einem positiven, wertschätzenden Betriebsklima möglich. Ältere Mitarbeiter besitzen als Potenzial Erfahrungswissen, kundenspezifisches Wissen und Kundenkontakte. Jüngere Kräfte oder sogar Lehrlinge sind „auf dem neuesten Wissensstand“ und bringen diese Kenntnisse mit in Ihren Betrieb. Verlassen diese Mitarbeiter Ihr Unternehmen (nach der Ausbildung, nach einem langen Arbeitsleben in den Ruhestand, ...), so verlässt auch das Wissen Ihr Unternehmen.
Die rechtzeitige Weitergabe von Kenntnissen und Erfahrungen hat also einen hohen Stellenwert. Um sie zu ermöglichen, ist eine Kultur der Wertschätzung notwendig. Kein Mitarbeiter darf das Gefühl haben, dass er austauschbar oder sogar überflüssig ist oder dies wird, wenn er sein Wissen weitergibt. Parallel dazu muss gute Arbeit anerkannt und dies ausgesprochen, ein regelmäßiges Feedback zur Leistung gegeben und die Meinung der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Wertschätzung drückt sich daneben darin aus, dass das Potenzial jedes Mitarbeiters und jedes Teams beachtet wird, indem jeder entsprechend seinen Fähigkeiten Aufgaben eigenverantwortlich löst bzw. bearbeitet. Das Potenzial jedes Einzelnen kann in Mitarbeitergesprächen in Erfahrung gebracht werden. In einem Betriebsklima, in dem Jeder Verantwortung übernimmt (bis hin zu den Auszubildenden) und in dem die regelmäßige Weiterbildung aller Mitarbeiter gefördert wird, hat der angesprochene Wissenstransfer gute Chancen. Insgesamt gehört eine gute, offene Kommunikation dazu, um effektives Arbeiten zu ermöglichen.
Ein angenehmes Klima und der Teamgedanke des „Wir ziehen an einem Strang“ können durch einige Aktivitäten gestärkt werden. Dies kann demnächst durch eine Weihnachtsfeier, aber auch in einigen Monaten durch ein Sommerfest, einen Betriebsausflug (beliebtes Ziel dafür sind im Moment Klettergärten) oder einen Tag der offenen Tür geschehen, bei dem Ihre Mitarbeiter ihre Arbeit vorstellen. Aber auch sportliche Aktivitäten eignen sich gut, den Teamgeist voranzubringen. Damit können Sie sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Den Zusammenhalt und gleichzeitig die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter fördern, wenn der Sport einen Ausgleichscharakter zur Arbeit hat. Denn die körperlichen Belastungen im Handwerk sind in der Regel hoch, höher als in vielen anderen Berufen. Hinzu kommt, dass die Komplexität der Arbeit gestiegen ist und damit auch die Anforderungen an Mitarbeiter, was einen hohen Stresspegel bedeuten kann.
Viele Menschen denken, dass sie keinen Sport machen müssen, weil sie sich ja den ganzen Tag über bewegen. Diese Bewegungen sind jedoch zumeist eher einseitig, die Belastungen sind partiell. Sport kann einen Ausgleich dazu schaffen. Zudem ist er gut zum Stressabbau und für die Fitness. Eine bessere Beweglichkeit trägt allgemein zur Verbesserung der körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit bei.
Unterstützen Sie also die sportlichen Aktivitäten Ihrer Mitarbeiter und machen Sie selbst dabei mit, damit sie alle trotz der Belastungen am Arbeitsplatz gesund bleiben und besser mit den Widerständen des Alltags umgehen. Fragen Sie Ihre Belegschaft nach deren Wünschen. Beispielsweise können Sie eine Laufgruppe gründen, gemeinsam Kegeln oder auch Segeln gehen und so weiter. Die Unterstützung kann auch in Form einer Finanzierung oder in Zuschüssen zu Sportkursen bestehen. Der Spaß sollte deutlich vor der Leistung rangieren – vor allem wenn man noch am Anfang steht. Diese Grundhaltung senkt nicht zuletzt das Verletzungsrisiko selbst bei eher kampfbetonten Mannschaftssportarten wie Fußball. Aber selbst dessen gesundheitlichen Auswirkungen sollte man nicht unterschätzen: Die Effekte eines regelmäßigen Fußballtrainings (zwei bis drei Stunden pro Woche) auf die körperliche Fitness sind genauso gut wie diejenigen, die durch Laufen erzielt werden. Eine Studie hat ergeben, dass eine Gruppe von 65- bis 75-jährigen Männern, die ihr Leben lang regelmäßig Fußball gespielt hatten, im Balancetest genauso gut abschnitten wie eine Gruppe untrainierter 30-jähriger Männer.
Ein wichtiger Hinweis in diesem Zusammenhang: Kommt es zu Verletzungen, sind Mitarbeiter bei der Ausübung von Sport, der in betrieblichem Rahmen stattfindet, nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen über die gesetzliche Unfallversicherung der zuständigen Berufsgenossenschaft abgesichert. Um im Falle eines Falles auf der „sicheren Seite“ zu sein, können Sie daher entweder einen Betriebssportverein gründen oder Ihre Mitarbeiter können einem bestehenden Betriebsportverein, wie es ihn etwa bei der Stadt Köln gibt, beitreten, bei dem sie dann versichert sind. Das Sportangebot der örtlichen Betriebssportvereine ist sehr vielfältig. Es reicht von Aerobic über Golf, Teamsportarten wie Volley- oder Basketball bis hin zum Rudern oder zum Walking. Interessant für Sie als Betriebsinhaber sind auch die Sportarten, die Ihre Gesundheit und die Ihrer Mitarbeiter fördern:
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Für das Herz-Kreislaufsystem (Nordic) Walking, Radtouren oder Lauftreffs
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Für Haltung und Bewegung Schwimmen, Wirbelsäulen- oder Rückengymnastik
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Zur Stressbewältigung und Entspannung etwa Pilates oder Yoga.
Miteinander Sport zu treiben macht also fit, es gleicht einseitige Belastungen aus und erleichtert den Spannungsabbau nach stressigen Tagen. Es kann jedoch auch im zwischenmenschlichen Bereich entspannen: Den Kollegen/die Kollegin, mit der man vielleicht schon seit Jahren zusammenarbeitet, sieht man plötzlich in einem ganz anderen Zusammenhang und von einer ganz anderen Seite. Der „Leitwolf“ wird im Sportdress zum absoluten Team-Player und nimmt sich total zurück, die im Berufsleben eher Stille wird zur Antreiberin, die alle mitreisst, der ansonsten Zögerliche kämpft nun um jeden Zentimeter oder Ball. Auch diesen Aspekt der jeweiligen Persönlichkeit zu erleben, kann innerhalb Ihres Teams eingefahrene Sicht- und Verhaltensweisen aufbrechen und das Miteinander im betrieblichen Alltag enorm stärken.
Gleichgültig für welche Sportart Sie und Ihre Mitarbeiter sich entscheiden, ein besonderer Anreiz, um „bei der Stange zu bleiben“, kann auch ein Wettkampf sein. So können Sie gemeinsam für das Sportabzeichen trainieren oder bei der Aktion „Z-Fit“ der Zukunfts-Initiative Handwerk Nordrhein-Westfalen mitmachen. Wir ermöglichen zum nunmehr dritten Mal Läufern aus dem NRW-Handwerk, am Staffelwettbewerb im Rahmen des Marathonlaufs durch Düsseldorf teilzunehmen. Dieser findet im nächsten Jahr am 29. April statt. Die 42-Kilometer-Strecke wird in vier Abschnitte unterteilt, zwischen acht und zwölf Kilometer lang. Es werden also wieder von der ZIH 25 konditionsstarke Quartette gesucht, die in den weiß-silbernen Z-Fit-Trikots auf die Strecke gehen. Ziel dabei ist, den Marathon gemeinsam und „mit Anstand“ durchzustehen, aber auch nach außen hin zu unterstreichen, wie fit die einzelnen Unternehmen und das Handwerk insgesamt sind.
Gerade letzteres ist mit „Z-Fit“ in den beiden Vorjahren bestens gelungen. Sowohl 2010 als auch 2011 kamen alle unsere Staffeln ins Ziel. Eine erfreulich große Zahl von ihnen blieb sogar unter den magischen vier Stunden Laufzeit. Natürlich waren unterwegs dem einen oder der anderen die Strapazen anzusehen, letztendlich überwogen jedoch eindeutig der Spaß, an dieser Aktion teilzunehmen, und der Stolz, es geschafft zu haben. Einige Eindrücke davon bekommen Sie unter http://www.zih-nrw.de/z-fit-beim-duesseldorf-marathon/index.html .
Apropos Spaß: Berichte der „Z-Fit´ler“ zeigen uns, dass schon die Vorbereitungen auf den „großen Tag“ sehr wohl für gute Laune gesorgt haben – auch in einer so ungewöhnlichen Konstellation wie beim Krefelder Bauunternehmen Tichlers. Von ihm hatten 2010 ein Quartett mit älteren Mitarbeitern und eine Gruppe von Lehrlingen am Staffel-Marathon teilgenommen und vorher natürlich tüchtig trainiert. „Das hat sich so ergeben, als wir in die Runde gefragt haben, wer mitmachen würde“, hatten Angela-Yvette Richter und Anke Tichlers damals gemeint. Ihr Fazit hinterher: „Gerne bedanken wir uns für die Organisation Ihrerseits sowie die Motivation und Unterstützung. Uns hat der Marathon sehr viel Spaß gemacht und in der Firma eine neue Art des Zusammenhalts gefördert. So soll es ja auch sein.“ Wenn der Zusammenhalt schon da ist, kann man das Traben durch die Landeshauptstadt bestens dazu nutzen, ihn zu pflegen und zu stärken. Dies war bei „Z-Fit“ nun schon zwei Mal am Beispiel der Staffeln der Elektro-Innung Solingen zu beobachten: Weil sie „eine nette Truppe von Kollegen“ sind, liefen die Elektrounternehmer fast die gesamte Strecke über nebeneinander und unterhielten sich dabei intensiv.
Sport ist also nur in extrem seltenen Fällen Mord, sondern er kann auch in Unternehmen viel Positives bewirken – in zwischenmenschlicher wie in wirtschaftlicher Hinsicht. Ergreifen Sie als Chef also die Initiative! Wenn Sie ganz konkret zu „Z-Fit“ mehr wissen wollen, können Sie unter http://www.zih-nrw.de/z-fit-beim-duesseldorf-marathon/index.html nachsehen oder sich bei der ZIH-Referentin Anne Leisurs erkundigen (Tel.: 0211/ 30 108-323, E-Mail: leisurs@lgh.de). Sie hat auch schon die ersten Anmeldungen von Staffeln angenommen. Bei den Vorbereitungen und am Tag selbst unterstützen wir Sie in der bewährten Weise.
Copyright 11/2011 by LGH
Autorin: Katrin Dackow, LGH






