DE | ENG | RSS
Westdeutscher Handwerkskammertag
Unternehmerverband Handwerk NRW (LFH) 
Landesvereinigung der Fachverbände des Handwerks Landesregierung Nordrhein-Westfalen MCH Das Handwerk

LGH-News

02.05.2013 - "Die beste Möglichkeit, die Zukunft vorherzusagen, ist sie zu gestalten" - Fazit der Veranstaltung "Zukunftsfähig im Handwerk"


  Knapp 60 Handwerker(innen) und Vertreter(innen) aus Handwerksorganisationen informierten sich am 18. April über die Zusammenhänge von gesellschaftlicher Verantwortung und wirtschaftlichem Erfolg in den Räumlichkeiten der Grillo-Werke AG in Duisburg.

Das Handwerk ist immer ein starkes Stück Zukunft. „Ohne... 
  mehr

18.04.2013: Überwältigende Resonanz auf 3. Innovationstag Handwerk NRW 2013


450 Teilnehmer informierten sich bei den insgesamt sieben Veranstaltungen der Technologie-Transfer-Stellen des nordrhein-westfälischen Handwerks anlässlich des 3. Innovationstags Handwerk NRW am 17. April 2013. Unter dem Motto „EnergIennovation“ wurden unterschiedliche Technologien präsentiert, die im Hinblick auf... 
  mehr

08.04.2013 - Veranstaltung: Zukunftsfähig im Handwerk - Wir unterstützen Sie


Demografische und wirtschaftliche Entwicklungen zwingen das Handwerk dazu, neue Wege zu gehen. Während beispielsweise Großunternehmen ihr soziales Engagement gerne öffentlichkeitswirksam darstellen, bleibt das Handwerk bescheiden und sieht dies häufig als einen selbstverständlichen Bestandteil der... 
  mehr


Juni 2011 - Ältere als Kunden: attraktiv, aber anspruchsvoll 

Dass der Anteil der Älteren in unserer Gesellschaft immer größer wird, gehört inzwischen zur Allgemeinbildung. Aus ihrer täglichen Praxis wissen viele Handwerksunternehmer, dass diese Menschen dem Handwerk und seinen Angeboten prinzipiell positiv gegenüberstehen. Trotzdem ist es noch ein weiter Weg, aus dieser Aufgeschlossenheit Aufträge zu machen. Wie aber soll man die oft so genannte „Generation 50plus“ ansprechen? Welche Argumente ziehen bei ihr, welche Bedürfnisse hat sie? Und darf man die Menschen zwischen 50 und 100 Jahren marketingmäßig eigentlich „über einen Kamm scheren“? Antworten auf diese Fragen geben wir Ihnen in diesem „Thema des Monats“.

In Nordrhein-Westfalen sind bereits heute mehr als sieben Millionen Menschen über 50 Jahre alt, 10,7 Millionen sind jünger.  Bis 2030 wird die Bevölkerung insgesamt abnehmen, weil die Gruppe derer, die jünger als 50 Jahre sind, dann nur noch neun Millionen Nordrhein-Westfalen umfasst. Dagegen steigt die Zahl derer, die diese Altersgrenze dann bereits hinter sich gelassen haben, auf 8,2 Millionen an.
Diese Verschiebung macht deutlich, dass die Älteren eine immer wichtigere Zielgruppe für die Wirtschaft werden. Das gilt natürlich auch für das Handwerk.
Aber hier ist schon der erste Warnhinweis angebracht: Die Altersgruppe der 50-Jährigen und Älteren ist sehr differenziert zu betrachten. Sie ist viel zu heterogen, als dass man sie unter dem Schlagwort „50plus Kunden“ zusammenfassen könnte. Warum ist dies so? Zu den Über-50-Jährigen zählen die 55-Jährigen, die noch mitten im Berufsleben stehen, genauso wie Über-65-Jährige, die ihren Ruhestand bereits genießen. Es zählen diejenigen dazu, die sehr ausgeprägt häuslich und eher zurückgezogen im eigenen Heim und Garten leben, genauso wie diejenigen, die überaus engagiert am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilhaben. Einstellungen, Werte, Lebensstile und daraus erwachsend Konsumentenwünsche haben sich gewandelt. Es gibt daher keine einheitliche „Generation 50+“. Ebenso wenig kann man alle Menschen unter 50 Jahren in die Kategorie „jung“ und alle Menschen über 50 in die Kategorie „alt“ einordnen.
Was heißt das nun für Sie als Unternehmerin oder Unternehmer?  Mit neuen Ideen „alte Kunden“ zu halten und „neue Alte“ hinzuzugewinnen ist nur dann möglich, wenn Sie sich auf diese Kunden einstellen. Haben Sie dies bereits dadurch getan, indem sie ihre Produkte und Dienstleistungen angepasst haben, stellt sich die Frage, wie Sie diese sehr unterschiedlichen Zielgruppen ansprechen.

Was haben die Menschen, die 50 Jahre oder älter sind, trotz ihrer individuellen Unterschiede gemeinsam?

Lebensalter ist nicht alles. Man ist so alt, wie man sich fühlt. Die Interessen und Aktivitäten sagen dementsprechend mehr über einen Menschen aus als sein bloßes Geburtsdatum. So können 70-Jährige leidenschaftlich im Internet surfen, während so mancher 50-Jährige mit diesem Medium nichts zu tun haben möchte. Die Frage „Bin ich Neuem gegenüber aufgeschlossen?“ ist keine Frage des Alters, sondern abhängig von den Wertvorstellungen und Werteinstellungen. Die meisten der Über-50-Jährigen fühlen sich durchschnittlich zehn Jahre jünger und handeln dementsprechend. „Alt“ fühlen sie sich erst, wenn sie mit körperlichen Einschränkungen leben müssen.
Andererseits – und dies ist für Handwerker viel wichtiger - haben sie Lebenserfahrung, besitzen durchschnittlich eine hohe Kaufkraft, sind qualitätsbewusst und eher anspruchsvoll. Die heutigen Älteren sind konsumfreudig und geben gerne Geld für den eigenen Lebensstandard aus. Allerdings muss das Preis-Leistungsverhältnis stimmen. Immerhin legen sie ihr Einkommen nicht wie frühere Generationen für künftige Erben „auf die hohe Kante“. Sie sind in der Regel wissbegierig und informieren sich gerne. Deswegen haben sie hohe Ansprüche an Service und kompetente Beratung und legen Wert auf Qualität.

Was ergibt sich als Konsequenz für zielgruppengerechte Ansprachekonzepte?

Ältere möchten gerne direkt angesprochen werden, jedoch nicht als „Senioren“. Studien haben ergeben, dass sich erst Menschen ab dem 75. Lebensjahr als „Senioren“ verstehen. Auch Bezeichnungen wie „Best Ager“, „Rentner“, „Ruheständler“, „Pensionäre“, „Generation 50+“, „Menschen im besten Alter“, „Junggebliebene“ findet man. Zumeist werden sie gebraucht, um den Begriff „Senioren“ zu vermeiden. Um diesem „Ansprachedilemma“ zu entgehen, können Sie ein intergeneratives Marketing verfolgen: Sie bieten dann nutzerfreundliche Produkte und Dienstleistungen mit Zusatznutzen generationenunabhängig an, statt sich auf die ausschließliche Ansprache von Älteren zu konzentrieren. Komfortable Barrierefreiheit für alle beispielsweise heißt, dass nicht nur der 72-Jährige mit Rollator es leicht hat, zu Ihnen zu kommen, sondern auch die junge Familie mit Kinderwagen. Das gleiche gilt für einen Abhol- und/oder Bringdienst: Er nutzt Berufstätigen genauso wie häuslichen Hochbetagten. Oder aber eine Kooperation verschiedener Gewerke, bei der sich der Kunde nicht darum kümmern muss, verschiedene Gewerke bei seinem Aus- oder Umbau unter einen Hut zu bekommen. Die Problematik, dass Handwerker sich untereinander nicht abstimmen, verärgert junge Berufstätige und Ältere im Ruhestand gleichermaßen. Das Angebot eines Urlaubsservices („Sie fahren in Urlaub, wir machen die Arbeit“) wird ebenfalls angenommen, setzt jedoch ein großes Vertrauen voraus.
Gefragt sind individuelle Lösungen für individuelle Kunden. Diese Individualität sollten Sie bei der Kundenansprache beachten.

Welche Kommunikationskanäle sollten Sie nutzen?

Was kommunizieren Sie?

Sind Ihre Kunden zufrieden mit Ihnen und der erbrachten Leistung, werden sie Sie weiterempfehlen. Diese Empfehlungen sind insbesondere für Ältere, eher sicherheitsbewusste Menschen wichtig, um Ihnen einen Vertrauensvorschuss und somit einen Auftrage zu erteilen. Geht es um den Umbau des Eigenheims, werden die Handwerker zu über 80% über die Bekanntheit, zu ca. 68% jedoch über Empfehlungen ausgesucht. Ein Tag der offenen Tür kommt besonders bei den 55- bis 64-Jährigen gut an, denn hier können sie sich ausgiebig informieren (Wirtschaftsfaktor Alter; Faktenblatt 8, S.2.).

Wie kommunizieren Sie?

 

Copyright 7/2011 by LGH
Autorin: Katrin Dackow, LGH