Wussten Sie, dass heute schon fast jeder zweite Arbeitnehmer unter die Kategorie „älterer Mitarbeiter" fällt? Und die Tendenz ist steigend. Dieser demografische Wandel hat gerade im Handwerk tief greifende Auswirkungen: Nachwuchskräfte werden knapper, die Gruppe der „mittelalten" Erwerbspersonen, also der etwa 30- bis 45-Jährigen, die derzeit die Kernbelegschaften ausmachen, nimmt ab, das Schwergewicht wird sich in Richtung der über 50-Jährigen verlagern. Sie sollten sich daher auf diese Entwicklung einstellen und versuchen, das Beste daraus zu machen für Ihr Unternehmen.
Nicht zuletzt tragen auch die zu erwartende Verlängerung des Renteneintrittsalters sowie die Entwicklung der Sozialversicherungssysteme zu Belegschaften mit steigendem Durchschnittsalter bei. Leider gelten immer noch ältere Mitarbeiter - und das betrifft bereits die jenseits der 40! - im Allgemeinen als krankheitsanfällig, desinteressiert, langsam und unproduktiv. Ungeachtet dessen, dass dieses Vorurteil in vielen Fällen nicht stimmt, bedarf es eines Konzeptes, um die Motivation, Lernbereitschaft und -fähigkeit und Flexibilität der Beschäftigten zu erhalten und zu steigern. Dieses Konzept sollte die folgenden Punkte beachten:
- Gesundheitsförderung
- Arbeitsplatzgestaltung und Einsatzplanung
- Personalentwicklung und Weiterbildung
Gesundheitsförderung
Natürlich können Sie von Ihren Mitarbeitern erwarten, dass Sie selber auf ihre Gesundheit achten und sich fit halten. Als Unternehmer können Sie sie jedoch dabei unterstützen. Neben der Einhaltung der Arbeitsicherheitsvorschriften hilft ein betriebliches Gesundheitsmanagement, besonders wenn Sie in einem Gewerk tätig sind, in dem Sie und Ihre Mitarbeiter täglich extrem beansprucht sind durch körperlich anstrengende Arbeit, Hektik und Termindruck.
Die IKK und auch andere Krankenkassen bieten hier z.B. Unterstützung und helfen, die Ursachen für mögliche Gesundheitsbelastungen aufzudecken, Arbeitsplätze und Abläufe zu optimieren und gezielte Methoden zum Ausgleich zu trainieren.
Außerdem können Sie Ihre Mitarbeiter auffordern, sich selbst bei ihrer Krankenkasse nach Angeboten wie Rückenschule, Antistressseminaren usw. zu erkundigen. Viele Kassen bieten mittlerweile solche Seminare kostenlos oder gegen eine Rückerstattung an.
Infos zum betrieblichen Gesundheitsmanagement der IKK finden Sie unter www.ikk.de .
Weitere Hilfestellung bietet der Infomanager „Sicherheit und Gesundheit im Handwerk" der Handwerkskammer Düsseldorf unter http://www.hwk-duesseldorf.de/ablage/projekte/176/index.htm .
Arbeitsplatzgestaltung und Einsatzplanung
Wollen Sie die Leistungsfähigkeit der älteren Arbeitnehmer für Ihren Betrieb erhalten, ist es wichtig, den Arbeitsplatz entsprechend zu gestalten. Dazu gehört auch die Überlegung, für welche Tätigkeiten die Älteren eingesetzt werden können. Hierzu ist eine langfristige Planung notwendig.
Verschaffen Sie sich mit Hilfe eines Personaleinsatzplanes (unten dargestellt am Beispiel einer Schlachterei) einen Überblick über das Alter sowie die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und über die körperlichen Anforderungen der anfallenden Tätigkeiten.
Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihren Mitarbeitern darüber, was sie leisten können und wollen, und planen Sie so den Einsatz des Personals an den geeigneten Arbeitsplätzen. So werden sie nicht plötzlich von der Arbeitsunfähigkeit eines älteren Mitarbeiters für eine bestimmte Tätigkeit überrascht. Die Arbeitsplätze sollten entsprechend der Vorschriften so ausgestattet sein, dass die Gesundheit der Beschäftigten geschützt wird. Darüber hinaus sind die Mitarbeiter die Experten für ihren Arbeitsplatz. Oft haben sie selber gute Ideen, wie man bestimmte Handgriffe einfacher erledigen, Abläufe erleichtern und Arbeitswege verkürzen kann. Fordern Sie Ihr Team auf, Vorschläge zu machen und diese umzusetzen.
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Name |
Alter |
Tätigkeit |
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Zerlegung von Schlachttier-körpern |
Herstellung der Wurstwaren |
Herstellung küchenfertiger u. garfertiger Erzeugnisse |
Lagerhaltung und Verpackung |
Qualitäts-prüfung |
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3 |
2 |
2 |
3 |
1 |
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1 |
Peterson |
60 |
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O |
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x |
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2 |
Rietzke |
59 |
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x |
X |
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O |
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3 |
Schwarze |
54 |
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x |
x |
x |
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4 |
Züchner |
54 |
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x |
x |
x |
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5 |
Groll |
52 |
x |
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6 |
Schürmann |
49 |
x |
O |
X |
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7 |
Uhlenbrock |
44 |
x |
x |
O |
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8 |
Wilhelm |
43 |
x |
O |
X |
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9 |
Paulsen |
41 |
x |
x |
O |
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10 |
Faust |
39 |
x |
x |
O |
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11 |
Grabowski |
39 |
x |
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12 |
Wähning |
38 |
x |
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13 |
Kahnert |
33 |
x |
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14 |
Hermann |
24 |
x |
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15 |
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16 |
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17 |
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18 |
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Legende: 1 bis 3 = Schweregrad der Arbeit: 1= leicht, 2 = normal; 3 = schwer
X = Stammarbeitsplatz O = Springer
Personalentwicklung und Weiterbildung
In den letzten Jahren haben Unternehmen auf sich verändernde Arbeitsanforderungen weniger mit Aus- und Weiterbildung reagiert. Stattdessen haben Sie ältere Arbeitnehmer in den vorgezogen Ruhestand geschickt und durch Jüngere mit dem aktuellerem Wissen ersetzt. Das funktioniert aber in vielen Branchen nicht mehr, wie viele Unternehmen wissen, die über Nachwuchssorgen klagen.
Auf der anderen Seite ist es schwierig, Mitarbeiter, die vielleicht 10 Jahre oder länger nicht mehr an Aus- und Weiterbildungen teilgenommen haben, dazu zu bringen, sich jetzt „plötzlich" für Fortbildung zu interessieren. Sie sind lernungewohnt und dadurch oft nicht besonders motiviert. Ihre unternehmerische Aufgabe ist es also, bei der langfristigen Planung des Personaleinsatzes auch die Weiterbildung der Mitarbeiter mitzuplanen. Überlegen Sie sich daher immer, welche Fähigkeiten welcher Arbeitsplatz zukünftig benötigt. Dazu einige Tipps:
- Stellen Sie schon bei der Neueinstellung von Mitarbeitern klar, dass Sie von ihnen regelmäßige Anpassungsqualifizierungen und Weiterbildung erwarten, damit sie fit für den Job bleiben.
- Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern über ihren eigenen Anteil an der Weiterbildung. Sie können von Ihren Beschäftigten erwarten, dass sie sich mit Zeit und Geld an Schulungen beteiligen. Dafür bieten Sie ihnen eben auch im Alter einen angemessen Arbeitsplatz.
- Planen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern deren Weiterbildung, damit diese Planungen nicht losgelöst von den Unternehmenszielen, den Marktanforderungen und der Personaleinsatzplanung erfolgen. Nur so erreichen Sie ein Verständnis der Mitarbeiter für die Notwendigkeit der Weiterbildung, und das fördert die Motivation der Mitarbeiter zu lernen. Denn dann wissen sie, wozu sie es tun.
Mehr zum Thema finden Sie auch unter www.rebequa.de , der Internetpräsentation des Projektes rebequa - „Regionale Beratung und Qualifizierung in NRW".
Copyright by MCH 6/2006
Autorin: Ulla Habelt






