Der Wunsch, im Alter aktiv und vital zu bleiben, hat für die meisten Menschen höchste Priorität. Produkte und Dienstleistungen, die für mehr Lebensqualität im Alter sorgen, sind in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft deshalb gefragter denn je. Auch die Ansprüche der Senioren an die Gestaltung ihres Wohnraumes wachsen. Individuelle handwerkliche Arbeiten, die sich auf altengerechtes Wohnen spezialisieren bilden in der Wirtschaft eine Marktlücke, die geschlossen werden will. Der Markt für altengerechtes Wohnen boomt.
Lange wurde die erhebliche Kaufkraft der Senioren unterschätzt. „Die Ausschöpfung dieses beträchtlichen Wirtschaftspotenzials kann kräftige wirtschaftliche Impulse setzen, zumal die Konsumentengruppe der Senioren den größten Teil ihrer Ausgaben vor Ort im Inland tätigt", stellt Dr. Josef Hilbert, Forschungsdirektor des Schwerpunkts „Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität" am Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) fest.
Das IAT in Kooperation mit der Forschungsgesellschaft für Gerontologie (FfG/Dortmund) und infas haben zusammen eine Umfrage zur Einkommenssituation und -verwendung älterer Menschen in NRW durchgeführt. Ingesamt wurden 5.000 Haushalte, in denen Menschen im Alter zwischen 55 und 80 Jahren leben, telefonisch befragt.
Das durchschnittliche Monatseinkommen von Seniorenhaushalten in NRW beträgt 1.500 Euro. Die höchsten Einkommen werden in Bonn/Rhein-Sieg-Kreis erzielt, gefolgt von Düsseldorf und dem Münsterland. Schlusslicht bildet das Ruhrgebiet. 30 Prozent ihres Nettoeinkommens wenden die Senioren für das Wohnen auf. Etwa 15 Prozent betragen die Ausgaben für Ernährung und Genuss. Acht Prozent sind für größere Anschaffungen. 13 Prozent werden gespart oder an Personen außerhalb des Haushalts transferiert. Die größten Potenziale für seniorenbezogene Produkte oder Dienstleistungen finden sich in Ostwestfalen-Lippe und im Raum Bonn/Rhein-Sieg. An die 40 Prozent des verfügbaren Einkommens werden hier gespart. Am Niederrhein geben die Haushalte rund 80 Prozent aus.
Fazit der Einkommensstudie ist, dass viele Senioren einen Teil ihres verfügbaren Einkommens nicht ausgeben. Der Wunsch nach altersspezifischen Produkten ist aber anscheinend sehr groß. Die Senioren erwarten hohe Qualität und Komfort und sind bereit, hierfür zu investieren. Ein Wunsch, in dem innovationsfreudige Handwerker eine echte Chance sehen sollten.






