Die Begleitforschung zum Förderprogramm Meistergründungsprämie hat eine empirisch fundierte, in Deutschland konzeptionell und quantitativ einzigartige Datenbasis zur Abbildung des Gründungsgeschehens im nordrhein-westfälischen Handwerk geschaffen. Auf der Basis des so entstandenen Gründungspanels NRW mit seinen vielfältigen eigenen Erhebungen (neben mittlerweile zehn Panelwellen mit einem Antwortrücklauf von insgesamt rund 30.000 Fragebögen sind dies auch diverse begleitende Erhebungen und Sonderauswertungen), die bis ins Jahr 2000 zurückreichen, sowie durch die Möglichkeit der Verknüpfung mit den LGH-Daten kann die gesamte Meistergründungsprämie empirisch abgebildet und mit anderen Förderprogrammen verglichen werden.
Durch die Begleitforschung konnten zahlreiche Teilaspekte im Kontext der Existenzgründung intensiv beleuchtet werden. Die Erkenntnisse haben neue Ansätze zur Unterstützung und besseren Vorbereitung von Gründungen angeregt und so die Entwicklung von jungen Unternehmen gestärkt bzw. neue Gründungspotenziale erschlossen. So hat sich etwa gezeigt, dass Bestandsfestigkeit und Ausbildungsverhalten der jungen Handwerksexistenzen zuverlässig und nicht unerheblich zur Stabilisierung der Wirtschaft in NRW beitragen.
Neben der Wirkung der Förderung an sich wurden in der Vergangenheit u.a. das Planungs- und Finanzierungsverhalten, die Beratungsnutzung, das Kooperationsverhalten, die Besonderheiten von Frauenexistenzgründungen die Motivatoren bzw. Demotivatoren unternehmerischer Tätigkeit sowie der Bereich Marketing/Werbung untersucht. Die Befragungsthemen werden jeweils gemeinsam mit den Experten des Handwerks definiert. Die gewonnenen Ergebnisse werden kontinuierlich und praxisgerecht aufbereitet an die Berater der Handwerksorganisation und die (Fach-)Öffentlichkeit weitergegeben. Die Ergebnisse sind damit von hoher praktischer Relevanz - sowohl für die Gründungsberatung als auch für die Gründungspolitik. Der vorliegende Datenbestand erlaubt im Übrigen vergleichende Aussagen vielfältigster Art - z. B. zwischen Regionen, Sektoren, Geschlechtern oder Gründungsformen, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.
Da die Erhebungen für ein laufendes Monitoring nach Art eines Panels konzipiert wurden, sind neben zeitpunktbezogenen statischen Auswertungen auch Analysen von dynamischen Entwicklungen und Wirkungszusammenhängen auf mikroökonomischer Ebene möglich. Anders als andere Erhebungen kann das Gründungspanel NRW also auch die einzelbetrieblichen Lebenszyklen abbilden. Erst dadurch sind auch qualifizierte Aussagen über die Entwicklung und Bestandsfestigkeit der Betriebe möglich. Dies macht dieses Konzept auch in der Gründungsforschung einzigartig.
Der Datenpool kann aus wissenschaftlicher Sicht als überaus hochwertig bezeichnet werden. Die enge Zusammenarbeit mit den Experten der Handwerksorganisation sichert hohe Validität und Reliabilität der Daten und trägt durchgängig dazu bei, absolut wie relativ beispiellos hohe Rücklaufzahlen zu erzielen. Insoweit ist diese Begleitforschung auch ein Muster für eine überaus fruchtbare Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft. Auch wenn die begrenzten Ressourcen bisher nur in Ansätzen auch Befragungen ungeförderter Vergleichsgruppen im Handwerk oder darüber hinaus erlauben, sind die Ergebnisse des Gründungspanels in vielerlei Hinsicht auch auf andere Existenzgründungen übertragbar. Dies bewirkte auch eine positive Resonanz in der wissenschaftlichen Gründungsforschung und führte zu diversen wissenschaftlichen Publikationen auf Basis des Gründungspanels NRW.






