Düsseldorf (LGH). Auch die berufliche Bildung könne und müsse Beiträge zum Umweltschutz und zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten. Diese Grundidee stand hinter der diesjährigen Ausschreibung für den Hermann-Schmidt-Preis für innovative Entwicklungen in der Berufsbildungspraxis. Die von der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) mit Partnern entwickelte Zusatzqualifizierung zum „Assistenten für Energie und Ressourcen HWK“ erfüllt dieses Ziel nach Ansicht der Jury mustergültig: Sie wurde daher im Rahmen des Wettbewerbs mit einem Sonderpreis geehrt.
Die Zusatzqualifikation für Lehrlinge im Handwerk leiste einen „äußerst gelungenen Beitrag für die Nachhaltigkeit und zum nachhaltigen Wirtschaften“, lautet die Bewertung der Jury. Besonders stellte sie heraus, dass der Lehrgang bereits während der Erstausbildung das Thema Energie- und Ressourceneinsatz in der Betriebsführung vermittelt. Die Auszubildenden würden umfangreiche Kompetenzen erlangen, die sie für verantwortungsvolle und umweltbewusste Tätigkeiten in Unternehmen qualifizieren. Die Betriebe wiederum erhielten motivierte Nachwuchsfachkräfte, durch deren Einsatz sich weitere Vorteile ergeben würden: Energie und Ressourcen werden eingespart, aktuelles Wissen über Umwelt- und Abfallgesetze ist im Betrieb vorhanden und Logistik und Nutzungsverhalten werden optimiert. Diese Zielsetzung, so die Juroren, gewinnt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Konkurrenz um gute Nachwuchskräfte in Folge des demografischen Wandels zusätzlich an Bedeutung.Die ausbildungsbegleitende Weiterbildung wird derzeit am Max-Born-Berufskolleg in Recklinghausen, dem Hans-Sachs-Berufskolleg in Oberhausen und den Technischen Schulen des Kreises Steinfurt angeboten und dort mit 50 Auszubildenden in den Abendstunden durchgeführt. Sie endet 2012 nach 240 Unterrichtsstunden mit einer Prüfung vor der zuständigen Handwerkskammer.
Entwickelt und erprobt wird die Qualifizierung im Rahmen eines „Jobstarter“-Projekts der LGH im Verbund mit den Umweltzentren der Handwerkskammern Münster und Düsseldorf. Netzwerkpartner ist auch das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds.
Energie- und Ressourcenverschwendung gefährdet unsere Zukunft, sie geht aber auch schlichtweg schon heute ins Geld. Das vor allem anhand von Beispielen aus dem beruflichen und auch privaten Alltag zu erkennen ist eines der Lernziele der Zusatzqualifikation. Die neue Fachkompetenz sollen die jungen Leute demnächst im eigenen Unternehmen ebenso einsetzen wie in der Beratung von Kunden. Sie sollen damit für mehr Umweltschutz, für finanzielle Einsparungen und mehr Rechtssicherheit sorgen, aber auch neue Dienstleistungs- und Produktangebote anstoßen. In den Blick genommen werden insbesondere leistungsstarke Lehrlinge. Ihnen soll die Basis gegeben werden für Führungspositionen in den Betrieben. Darüber hinaus soll die Zusatzqualifikation die Attraktivität der dualen Ausbildung insgesamt steigern und diese als Alternative zum Studium fester verankern.
Diese Botschaft ist bei den Lehrlingen offensichtlich angekommen: „Wir bekommen eine höhere Kompetenz, wenn wir hier abschließen. Das wird uns in der Zukunft im Beruf helfen“, steht für Christian Bleckmann, Matthias Heisterkamp und Dennis Krah, drei Absolventen des Kursus in Oberhausen, fest. Zudem werde wohl im Betrieb und bei Kunden das Gleiche geschehen, was auch bei ihnen „abgeht“: „Fakten und Zahlen überzeugen, vor allem, wenn das Euro-Zeichen dahintersteht. Dann denkt man mehr nach und verhält sich anders.“





