Düsseldorf (LGH). Der Deutsche Entwicklerpreis als renommierteste Auszeichnung der Computerspiele-Branche geht in diesem Jahr in der Kategorie „Bestes Lernspiel“ an „The Skillz“, das von der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) mit-entwickelte Spiel mit interkulturellem Hintergrund. Dessen Prototyp hatte erst im März den Serious Games Award in Bronze erhalten.
Ideeller Träger des Entwicklerpreises ist der G.A.M.E. Bundesverband der Entwickler von Computerspielen. Kriterien für die Ehrung sind, ob eine spannende neue Spielidee umgesetzt wird, ob es technische Innovationen und ein herausragendes Spieldesign gibt sowie ob die Interaktion zwischen Mensch und Computer besonders gut gelöst wird. „Wir sind stolz, dass wir in dem Riesenangebot an neuen Spielen die Fachjury mit unserer Art, an das wichtige, aber schwierige Thema Integration und Toleranz heranzugehen, überzeugt haben. Schließlich ist „The Skillz“ erst seit wenigen Wochen fertig und zum Download aus dem Internet freigegeben“, freuten sich LGH-Geschäftsführer Reiner Nolten und die Projektleiter Annette Klotz und Oliver Steinke. Gleichermaßen positiv reagierte der Partner der LGH in diesem Projekt, der Hamburger Spieleentwickler Daedelic. Er unterstrich seine führende Stellung in der Branche mit einem zweiten Entwicklerpreis 2010, diesmal in der Kategorie „Bestes Jugendspiel“.
„The Skillz“ richtet sich an junge Auszubildende im Handwerk. Sie sollen spielerisch erkennen, dass jeder Mensch anders ist, aber nicht besser oder schlechter. Es werden im Rahmen der Spielhandlung Fallen im Miteinander aufgedeckt, und es wird verdeutlicht, dass viele Konflikte auf kommunikativer Ebene gelöst werden könnten, dass also Reden tatsächlich hilft.
Die Figuren in dem so genannten Serious Game sind vier Auszubildende aus unterschiedlichen Handwerksberufen und mit verschiedenen kulturellen Hintergründen. Sie spielen in einer Band zusammen und stehen vor ihrem ersten großen Auftritt. In dieser spannungsgeladenen Phase geraten sie in Konfliktsituationen, in denen sie ihre jeweiligen Kompetenzen einbringen müssen. Nur wenn sie das Miteinander bewältigen, gelingt der Auftritt. Die Computerspieler helfen den Charakteren bei der Lösung der Probleme, was ihre Kommunikations- und Konfliktlösungsfähigkeiten stärkt – eine Grundvoraussetzung für interkulturelle Kompetenz.
NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann hatte bei der offiziellen Vorstellung des Lernspiels hervorgehoben, es helfe sehr dabei, „Unterschiede in den Sichtweisen und Einstellungen auszuhalten und Gemeinsamkeiten zu pflegen“. Das sei wichtig, denn: „In der Vielfalt liegen Chancen.“
„The Skillz“ wurde im LGH-Projekt „Team-Player – Computergestütztes Lernspiel zur Stärkung der interkulturellen Handlungskompetenzen von Jugendlichen in der dualen, handwerklichen Berufsausbildung“ im Rahmen des XENOS-Programms „Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert und in Zusammenarbeit mit dem Schulministerium Nordrhein-Westfalen entwickelt. Es kann unter www.the-skillz.de heruntergeladen werden. Für den Einsatz im Berufsschulunterricht hat die LGH zudem eine Begleitbroschüre für Lehrkräfte erstellt. Auch sie ist unter www.the-skillz.de zugänglich.





