Düsseldorf (LGH). Der Hagener SHK-Unternehmer Hans Gebhard gehört zu den ersten Empfängern der Innovationsgutscheine des Bundeswirtschaftsministeriums. Gebhard will den Zuschuss zu externen Beratungsleistungen verwenden, um seine Entwicklung eines Installationssystems für die Wasserversorgung in Gebäuden voranzutreiben. Unterstützt wird er dabei vom Technologie-Transfer-Ring Handwerk NRW (TTH), dem von der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) geleiteten Netzwerk der Technologieberater des NRW-Handwerks.
Gerade den Wert dieser Expertenhilfe stellte Gebhard deutlich heraus: „Ohne den TTH wäre ich nicht so weit gekommen. Er hat mir Anregungen gegeben, wie und mit wem ich meine Idee technisch umsetzen und noch verfeinern kann. Er hat mir aber auch Rat in finanziellen Fragen erteilt.“Gebhards Installationssystem geht von den bisherigen getrennten Rohrnetzen für Kalt- und Warmwasser in Häusern ab. Es soll stattdessen eine einzige Mischwasserleitung zu allen Zapfstellen gelegt werden, die über einen zentralen elektronischen Mischer versorgt wird. Dennoch kann an jedem Wasserhahn die Temperatur des Wassers individuell eingestellt werden. Zudem plant Gebhard, die Leitungen Aufputz anzulegen, damit sie zum Beispiel von Älteren oder Gehandicapten als Haltereling, als Handtuchstange oder für Accessoires genutzt werden kann. Vorteile sieht der Hagener zudem in der Materialeinsparung, in der Energieeinsparung dank der schnellen, elektronischen Mischung sowie in der hohen Strömungsgeschwindigkeit des Wassers durch die Leitung, die die Gefahr einer Legionellenbildung verringert. Gebhard wird sein Vorhaben zusammen mit dem Unternehmen Kaja Sanitär-Armaturen aus Hemer umsetzen.
Mit den neuen Innovationsgutscheinen will der Bund kleine und mittelständische Unternehmen „in die Erfolgsspur" bringen. Umgesetzt werden soll dieser Anspruch durch eine externe Innovationsberatung, deren Kosten der Bund zur Hälfte übernimmt. Minister Rainer Brüderle erläuterte bei der Übergabe der Gutscheine: „Wir setzen damit positive Anreize für eine systematische Innovationstätigkeit in kleinen Unternehmen. So machen wir sie für größere Forschungs- und Entwicklungsvorhaben bereit, zum Beispiel für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand.“ Die Gutscheine gibt es in mehreren „Leistungsstufen“ im Zuge einer Entwicklung, nämlich der Idee, des Konzeptes und der Umsetzung. Diesen Stufen entsprechen unterschiedliche Höchstgrenzen bei den Tagewerken des Beraters. Die Idee zu dieser Art der Förderung sei nicht zuletzt „von unseren niederländischen Nachbarn inspiriert", gab Brüderle zu. Auch Nordrhein-Westfalen hat schon ähnliche Gutscheine eingeführt.





