Düsseldorf (LGH). Erfahrungen austauschen, die Kollegen kennenlernen und neue Anstöße bekommen – das waren die Ziele eines ersten gemeinsamen Treffens der Auszubildenden, die seit Februar an drei Berufskollegs in NRW die Zusatzqualifizierung zum „Assistenten/Assistentin für Energie und Ressourcen (HWK)“ durchlaufen. Die Initiatorin, die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH), hatte dazu in das Bildungszentrum der Handwerksammer Münster und in deren Demonstrationszentrum Bau und Energie eingeladen. Mit welchem Engagement die 34 jungen Leute bei der Sache sind, zeigt sich unter anderem daran, dass einige von ihnen für diesen Tag extra Urlaub genommen hatten.
Die ausbildungsbegleitende Weiterbildung von 240 Stunden Dauer findet an den drei Berufskollegs Max Born in Recklinghausen, Hans Sachs in Oberhausen und Technische Schulen des Kreises Steinfurt statt. Ihr Schwerpunkt Energie- und Ressourceneffizienz ist sowohl bei jungen Leuten als auch bei Unternehmen auf gute Resonanz gestoßen. Im Rahmen der zweijährigen Qualifizierung werden die Auszubildenden außerhalb der regulären Arbeits- und Schulzeit unterwiesen, wo Energien und Ressourcen im Betrieb verbraucht werden und wie sie sparsamer genutzt werden können. Zudem erfahren sie, welche Vorschriften, Gesetze und Förderprogramme wichtig sind und wie das Erlernte im Betrieb und beim Kunden kommuniziert werden kann. Abschließen werden die ersten Auszubildenden den Kursus Anfang 2012 mit einer Prüfung vor der Handwerkskammer.Hoger Sahin „möchte sich von den Mitbewerbern abheben und später seine Chancen verbessern“. Aus diesem Grund hat er sich entschlossen, in den Abendstunden an der Zusatzqualifizierung in Steinfurt teilzunehmen, obwohl er selbst das Berufskolleg Rheine besucht. „Ich möchte später den Betrieb meines Vaters übernehmen und mich schon jetzt darauf vorbereiten“, schilderte Christian Schmidt, der den Kursus in Oberhausen absolviert, seine Motivation. Spannend finden die Teilnehmer des Assistenten-Lehrgangs das gewerkeübergreifende Lernen. Auch wenn ihnen dabei einige Teil-Inhalte „ihres“ Gewerks schon geläufig sind, gleicht sich dieser Vorsprung nach ihrer Erkenntnis im Laufe der Zeit aus. Projektleiterin Barbara Helmig, die das Projekt bei der LGH betreut, freute sich besonders, dass mit Jessica Nicklich auch die bisher einzige weibliche Teilnehmerin des Kurses am Erfahrungsaustausch teilnahm und von den männlichen Kollegen mit Respekt aufgenommen wurde.
Als zweiten Schritt besuchten die Jugendlichen das Demozentrum im Paul-Schnitker-Haus. Dort vermittelte ihnen Andreas Müller vom Kammer-Bildungszentrum anhand der ausgestellten Praxisbeispiele energiesparende Bauweisen mit ökologischen Materialien. Bei dem Gang aufs Dach konnten die Jugendlichen zudem die Solaranlage zur Gewinnung regenerativer Energien zur Versorgung des Ausstellungshauses begutachten.
Die Teilnehmer der Exkursion trafen sich nach einer kleinen Führung durch die Münsteraner Altstadt in der Brauerei Pinkus Müller, der ersten Biobrauerei Deutschlands. Zur Abrundung belohnten die Projekt-Partner dort die Jugendlichen und Lehrkräfte mit einer original Westfälischen Mahlzeit. Damit wollten sie den zukünftigen Assistentinnen und Assistenten für ihr besonderes Engagement danken.
Die Zusatzqualifizierung „Assistentin/Assistent für Energie und Ressourcen (HWK)“ wird entwickelt und erprobt von der LGH und ihren Verbundpartnern, den Umweltzentren der Handwerkskammern Düsseldorf und Münster. Unterstützt wird das Projekt vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Es wird gefördert als JOBSTARTER-Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union. Interessierte an der Zusatzqualifizierung können sich bei der LGH an Martin Händeler und Barbara Helmig wenden (Tel.: 0211/ 30 108-396 oder -399).





