Düsseldorf (LGH). Noch immer ist nur jedes zehnte kleine oder mittlere Unternehmen in der Europäischen Union grenzüberschreitend tätig. Einrichtungen wie das Projekt Inter-Ned Kompetenznetzwerk NL/NRW könnten viel dazu beitragen, dies zu ändern. So hieß es auf der Konferenz der Europäischen Mittelstands-Charta im slowenischen Brdo, wo das von der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) und der Kreishandwerkerschaft Borken geleitete Inter-Ned jetzt als „Best practise Beispiel“ vorgestellt wurde.
Die Charta-Konferenz der Europäischen Union stand unter der Überschrift „Die besten Wege, um das Leben der Kleinunternehmen leichter zu machen“. Das Kompetenznetzwerk war eines von nur zwei deutschen Projekten, die sich dort präsentieren konnten – an der gleichen Stelle, an der in wenigen Tagen das große Gipfeltreffen der EU und der USA stattfinden wird. Weit mehr als 300 Teilnehmer aus der gesamten EU und Nordafrika waren nach Slowenien gekommen, um voneinander zu lernen, wie die Rahmenbedingungen für die Betriebe erleichtert werden könnten. Eines der Themen dabei war die Internationalisierung der Geschäftsbeziehungen, wobei Inter-Ned unter dem Stichwort „Spitzenklasse-Unterstützung“ rangierte.Mit Projektleiterin Hildegard Bongert-Boekhout nahmen LGH-Vorstand Hans Rath, Präsident der Handwerkskammer Münster, der Geschäftsführer der Euregio Rhein-Waal, Erwin Schmitz, LGH-Geschäftsführer Reiner Nolten und sein Stellvertreter Jürgen-Johannes Lau an der Konferenz in Brdo teil. Auch sie zeigten sich sehr erfreut über die Anerkennung, die Inter-Ned durch die Einladung der EU-Kommission erfahren hat. Diese war unter anderem durch die Beauftragte für kleine und mittlere Unternehmen, Maive Rute, den Generaldirektor für Unternehmen, Heinz Zourek, und dessen Stellvertreterin Francoise Le Bail vertreten.
Ziel des von der EU, von Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden im Rahmen des Programms Interreg IIIA geförderten Projektes ist es, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern vor allem dadurch zu intensivieren, dass kleine und mittlere Unternehmen über den Nachbarmarkt informiert und bei geschäftlichen Aktivitäten unterstützt werden. Projektleiterin Hildegard Bongert-Boekhout erläuterte vor dem internationalen Forum die Erfolge: die Vernetzung von mehr als 20 Beratungsinstitutionen, also Kammern, Verbände, Hochschulen, Technologie- und Gründerzentren sowie Wirtschaftsförderungsgesellschaften, eine Internetplattform (www.inter-ned.info) mit inzwischen deutlich über 900 aktuellen Artikeln und vielen weiteren Informationen zum jeweiligen Markt, die Beratung von Mittelständlern und Freiberuflern sowie die Veranstaltungen, in denen die Betriebe auf ein geschäftliches Engagement jenseits der Grenze vorbereitet werden. Die Internetplattform verzeichnet seit 2006 gut 570.000 Seitenaufrufe. Dort finden sich auch in anonymisierter Form Fragen, die Unternehmer bereits gestellt und beantwortet bekommen haben. Die Zahl der direkt beratenen Mittelständler und Freiberufler ist auf 1.200 angestiegen. Dies mache deutlich, dass das Interesse auch von kleinen und mittleren Unternehmen an grenzüberschreitenden Geschäftskontakten permanent zunimmt.
Ein „Stammkunde“ von Inter-Ned unterstrich dies gleich in der Konferenz: Wiel Aerts, Geschäftsführer der niederländischen Beratungsorganisation Com-B-nations, betonte als Reaktion auf Bongerts Vortrag, er kenne das Projekt sehr gut und habe es schon häufig für Informationen genutzt. Auf seine Fragen, ob es weitergeführt und dann möglichst mit vergleichbaren Initiativen in anderen europäischen Grenzregionen verknüpft werden könnte, antwortete die Projektleiterin, dies sei ganz im Interesse der Träger von Inter-Ned. Schließlich habe Inter-Ned nicht nur zu einem höheren Wissenstand der Unternehmer beigetragen, sondern auch die Kompetenzen und das Maß der Zusammenarbeit der Partner entlang der niederländisch-nordrhein-westfälischen Grenze erheblich erhöht.





