Düsseldorf (LGH). Was Landesregierung und Handwerk vorhergesagt hatten, ist auch von den Unternehmen in erfreulichem Maße so gesehen worden: Die WachstumsWerkstätten, jenes außergewöhnlich intensive Beratungs- und Betreuungsangebot, haben mit bislang vier Gruppen Fahrt aufgenommen. Weitere sind in Vorbereitung. Die Landesförderung über den WachstumsScheck empfinden die Unternehmer als sehr positiv. Sie habe „die Entscheidung, mitzumachen, deutlich erleichtert“, meinte etwa der Düsseldorfer Zimmerermeister Stefan Pitzer.
Dieser WachstumsScheck halbiert den finanziellen Beitrag jedes Teilnehmers an der WachstumsWerkstatt auf die Hälfte, also auf etwa 1.500 Euro. Dafür bekommen die Betriebe sehr handfeste Impulse für die Persönlichkeitsstärkung, zur Unternehmensstrategie, zu Unternehmenssteuerung und Controlling, zum Marketing und zum Personalmanagement. Über ein Jahr hinweg nehmen sie an vier sogenannten Themen-Werkstätten teil, an ein oder zwei Erfahrungsaustauschtreffen und drei bis vier etwa halbtägigen Beratungen vor Ort im Betrieb. Diese sind gedacht als Coaching bei der Zielbestimmung, bei den Managementaufgaben und bei der systematischen Umsetzung der Maßnahmen. Für die Praxisrelevanz und die aktive Begleitung sorgen erfahrene Berater des Handwerks und die Einbeziehung von freiberuflichen Beratern.
Sie hätten ein „strammes Programm vor sich“, ist es Stefan Pitzer ebenso klar wie der Neunkirchener Bauunternehmerin Annette Marx. Die WachstumsWerkstatt sei aber eine „sehr, sehr gute Idee“ und verspreche „viele Anregungen. Wir kümmern uns ja um uns selbst im Alltag viel zu wenig und überlegen zu selten, was wir richtig und was wir falsch machen“, so die Diplom-Kauffrau Marx. Sie setzt darauf, „der Austausch mit den anderen“ helfe ihr, „über den Tellerrand hinauszusehen und mich und unseren 30-Mann-Betrieb fit für die Zukunft zu machen“.
Pitzer fand die ersten beiden Veranstaltungen in Düsseldorf „sehr vielversprechend. Ich bin absolut begeistert, wie gut das eher dröge Thema Controlling rübergebracht wurde. Das haben auch andere Teilnehmer so gesehen“. Der enge Takt von Werkstatt-Terminen und Beratungen „hilft sicher, am Thema und bei der Arbeit zu bleiben. Ich hoffe dabei vor allem, noch mehr Struktur in meinen Betrieb und meine eigene Arbeit hineinzubringen, die Aufgabenverteilung zu verbessern und Einiges für die Personalführung zu lernen“.
Der Begriff Wachstum wird bei der von der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) koordinierten Aktivität sehr vielfältig interpretiert: Es muss nicht um mehr Mitarbeiter oder mehr Umsatz gehen, sondern es kann auch eine Stärkung des Chefs in seiner Führungsrolle oder eben das Einführen besserer interner Strukturen das Ziel sein. Insgesamt zielen die Aktivitäten auf die strategische Ausrichtung der Unternehmen zur Zukunftssicherung.
Den landesweiten Auftakt für die WachstumsWerkstätten machte der Fachverband des Tischlerhandwerks NRW. Zehn Betriebe nahmen sich an zwei Tagen die Themen Unternehmerpersönlichkeit und Unternehmensstrategie vor. Die Diskussion über die Firmenstrategien wird in den kommenden Wochen vor Ort bei den Betrieben individuell vertieft. Am 24. und 25. Februar startet die zweite Tischlergruppe, ebenfalls mit zehn Teilnehmern.
„Bester Dinge“ waren also die Werkstatt-Teilnehmer bei den Handwerkskammern Düsseldorf und Köln vor und auch nach ihren Einstiegsterminen. In Düsseldorf waren 13 Betriebe dabei. Die Mehrzahl kommt wie Zimmerer Pitzer aus den Bau- und Ausbaugewerken, ergänzt durch zwei Dentallabore, eine Optikerin und einen Maschinenbau-Spezialisten. Als grundsätzliche Ziele nannten sie vor allem, persönlich dazuzulernen, die internen Abläufe zu optimieren, Marketing und Kundenbindung zu verbessern sowie zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen. Im März kommen Unternehmer und Berater zu einem Strategiewochenende zusammen. Die Leiterin der Abteilung Betriebsberatung der Düsseldorfer Kammer, Claudia Schulte, hat weitere Interessenten auf der Warteliste. Daher schließt sie nicht aus, noch eine zweite Werkstatt „auf den Weg zu schicken“.
Mit fünf bis 50 Mitarbeitern sind die Betriebe in der Kölner WachstumsWerkstatt vergleichsweise groß. Auch hier bilden Bau und Ausbau den Schwerpunkt. Beim Auftakt konnte sich Dirk Hecking, Leiter der kaufmännischen Unternehmensberatung der Kammer, schnell über eine „gute Zusammenarbeit und einen regen Austausch“ freuen. Die schon vorher vorgenommenen Persönlichkeitsanalysen wurden mit praktischen Übungen vertieft. Daneben ging es um die Unternehmensführung mit Zahlen. In den sich anschließenden Einzel-Betriebsberatungen soll das Instrument der dynamischen Planung detaillierter erläutert und eingeführt werden. Auch für die Kölner Gruppe schließt sich im März ein zweitägiger Strategieworkshop an. Als Besonderheit dieser Werkstatt schildert Hecking, dass mehrere „Zwei-Generationen-Betriebe“ dabei seien, für die in absehbarer Zweit die Firmenübergabe ansteht.
Weitere Interessenten an einer WachstumsWerkstatt können sich bei der LGH bei Dieter Schlimmer melden (Tel.: 0211/ 30 108-400, schlimmer@lgh.de). Mehr Details erfahren Sie unter www.wachstumswerkstatt.de .






