DE | ENG | RSS
Westdeutscher Handwerkskammertag
Unternehmerverband Handwerk NRW (LFH) 
Landesvereinigung der Fachverbände des Handwerks Landesregierung Nordrhein-Westfalen MCH Das Handwerk

LGH-News

01.02.2012 - Ländervorauswahl führt schneller zu Broschüren


Düsseldorf (LGH). Weiterhin groß ist die Nachfrage nach den zumeist kostenfreien Broschüren der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) und ihres Projektes Zukunfts-Initiative Handwerk Nordrhein-Westfalen vor allem zu grenzüberschreitenden Tätigkeiten von Handwerkern.... 
  mehr

24.01.2012 - Im Landtag zeigt der TTH „Innovationen & Energieeffizienz“


Düsseldorf (LGH). Aus Tradition innovativ - das ist das Motto des Technologie-Transfer-Ring Handwerk NRW (TTH). Schon seit vielen Jahren arbeitet dieses Projekt der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) schwerpunktartig als Mittler zwischen Wissenschaft und Handwerk - mit dem Ziel der... 
  mehr

16.01.2012 - Anleitung für Unternehmensleitbilder: Aus dem „sicheren Hafen“ auf die Reise


Düsseldorf (LGH). Gut jedes dritte Handwerksunternehmen hat ein schriftlich fixiertes Leitbild. Das hat eine aktuelle Umfrage ergeben. Es sollten jedoch durchaus mehr werden, denn solche Texte bringen gleich mehrere Vorteile: Beschreiben die Firmen darin ihren aktuellen Stand und die Visionen des Betriebs, sorgen sie damit für... 
  mehr


November 2008: Emotional intelligent führen 

Welchen Einfluss haben Emotionen bei der Führung eines Unternehmens? Und mit welchem (emotionalen) Führungsstil werde ich bei meinen Mitarbeitern was erreichen? Mit Antworten auf diese Fragen knüpfen wir an das „Thema des Monats September“ an, in dem dargelegt worden war, dass Emotionen auch in einem Betrieb an sich nichts Schlechtes sind und zu den Kernelementen unseres Arbeitsalltags gehören. Sie stellen keine Gefahr für ein Unternehmen dar, müssen also nicht aus dem Job verbannt werden. Vielmehr sollten Führungskräfte die im Betrieb vorkommenden Emotionen, die nicht ohne Einfluss auf die Effektivität der Arbeit bleiben, erkennen und mit ihnen mitarbeiterorientiert umgehen können. Lesen Sie nun, wie dies geht.

Resonanz als Ergebnis gelenkter Emotionen
Ein wesentlicher Zusammenhang zwischen Emotionen und Führung besteht darin, dass Führung eine verborgene, aber wesentliche und weitgehend unterschätzte Dimension aufweist. Diese umfasst die emotionale Wirkung von all dem, was ein Betriebsinhaber sagt und tut. Entscheidend für die emotionale Wirkung auf die Mitarbeiter ist also das WIE – wie etwas gemacht und gesagt wird. Bezeichnend dafür stehen die Lebensweisheiten „Der Ton macht die Musik“ und „Wie es in den Wald ruft, so schallt es heraus“. Sie führen uns zum Begriff Resonanz. Gemeint ist damit die Verlängerung eines Klanges durch synchrone Schwingungen.
Bezogen auf unsere Unternehmenswelt kommt es darauf an, die durch Sagen und Tun entstandenen Emotionen „zum Schwingen“ zu bringen, und zwar in die richtige Richtung. Wenn eine Führungskraft die Emotionen der Mitarbeiter in eine negative Richtung lenkt, werden die Leistungen sich verschlechtern. Werden zum Beispiel Arbeitsanweisungen in arroganter oder verletzender Weise gegeben, so können derartige Äußerungen zu Ablehnung oder Widerstand führen. Es entsteht organisationspsychologisch eine Dissonanz, welche die emotionale Grundlage für die Leistungsbereitschaft untergräbt.
Ärger, Angst, Apathie oder angespannte Stille signalisieren Dissonanz bei der Arbeit. Mitarbeiter, die in einer „vergifteten“ Atmosphäre arbeiten, nehmen diese Gefühlsregung auch mit zum Kunden oder mit nach Hause. Insofern sind Betriebsinhaber, die stets schlechte Stimmung verbreiten, keine guten Chefs und auch kaum dazu befähigt, Menschen erfolgreich zu führen.
Auf der anderen Seite können Betriebsinhaber Emotionen in eine positive Richtung lenken, z.B. durch die aufrichtige, engagierte oder zuversichtliche Art ihres Handelns und ihrer Äußerungen sowie durch eine Atmosphäre, die von Kooperation, Vertrauen und auch Humor geprägt ist. Auf diese Weise lösen sie unter den Mitarbeitern Begeisterung, Optimismus oder auch Inspiration aus und werden das Beste bei ihnen bewirken.
Chefs,  die so für Wirkungen positiver Emotionen sorgen (Betriebsklima!), tragen wesentlich zum Erfolg des Unternehmens bei. Wichtig ist es also für einen Vorgesetzten, resonant zu führen, indem er sich auf die Gefühle der Mitarbeiter einstellt und diese Gefühle in eine positive Richtung lenkt. Wenn die Mitarbeiter auf die stimmungsvolle Energie des Chefs emotional eingehen und „mitschwingen“, wird seine Führung mit Hilfe dieser Resonanz verstärkt und verlängert. Erzeugt eine Führungskraft jedoch keine Resonanz, so verrichten die Mitarbeiter vielleicht ihre Arbeit, doch ihr Bestes werden sie nicht geben.
Resonante Führung beruht aus biologischer Sicht auf einer Verbindung von Intellekt und Emotionen. Die Schaltungen, die im Gehirn Denken und Fühlen miteinander verbinden, bilden die Grundlage emotional intelligenter Führung. Fühlen und Denken gehören zusammen - wie ein Flügelpaar. Insofern darf nicht davon ausgegangen werden, dass nur der Intellekt allein ausreicht, um eine gute Führungskraft zu sein. In der ökonomischen Welt der Unternehmen wird jedoch dem Verstand ein ungleich größerer Wert beigemessen, obwohl – wie Studien belegen - die Emotionen stärker sind als der Intellekt. Wer also versucht, nur „mit dem Kopf“  zu führen und die Gefühle außen vor lässt, beraubt sich seiner Möglichkeiten emotional intelligenter Führung. Ein wesentlicher Teil der Gleichung fehlt.

Resonanz erzeugende Kompetenzen
Von der emotionalen Intelligenz hängt es also ab, wie gut es gelingt, die Führungsfähigkeiten eines Betriebsinhabers resonant und damit effektiv einzusetzen. Gefragt sind einerseits persönliche, andererseits soziale Kompetenzen, die den Chef dazu befähigen, Resonanz unter den Mitarbeitern zu erzeugen.
Zu den persönlichen Kompetenzen zählen Fähigkeiten, die bestimmen, wie gut wir uns selbst managen. Selbstwahrnehmung und Selbstmanagement sind hierbei die beiden wichtigen Kompetenzschwerpunkte.

 Die sozialen Kompetenzen umfassen Fähigkeiten, die bestimmen, wie gut wir Beziehungen zu anderen managen. Das betrifft die Kompetenzschwerpunkte Soziales Bewusstsein und Beziehungsmanagement.

Mit diesen Resonanz erzeugenden Kompetenzen ist niemand von uns von Geburt an ausgestattet. Sie müssen im Verlauf des Lebens erlernt  werden. Für Betriebsinhaber, die ihre Führungsqualitäten mit Unterstützung des emotionalen Bereichs ausbauen wollen, sind sie allerdings ein unbedingtes MUSS!
Diese Fähigkeiten sich anzueignen, ist das eine. Damit umzugehen und sie in der Mitarbeiterschaft erfolgreich einzusetzen, ist das andere. Hierauf soll im Folgenden näher eingegangen werden.

Führungsstile und Resonanz
Um Resonanz unter den Mitarbeitern zu erzeugen, also positive Emotionen entstehen und wirken zu lassen, bedarf es nicht nur der Art und Weise, wie der Chef sich Mitarbeitern gegenüber äußert. Es kommt auch wesentlich darauf an, wie sein Handeln im Umgang mit den Mitarbeitern von diesen selbst aufgenommen wird. Umgang mit Menschen bedeutet auch, diese zu führen. Damit ist der Führungsstil angesprochen, also die Art und Weise, in der ein Betriebsinhaber sich seinen Mitarbeitern gegenüber relativ dauerhaft und wiederkehrend verhält und mit den genannten persönlichen und sozialen Kompetenzen seine Führungsfunktion ausübt.
Der amerikanische Psychologe und Unternehmensberater Daniel Goleman*) hat unterschiedliche Führungsstile daraufhin untersucht, inwieweit sie sich erstens auf den Betrieb und dessen emotionales Klima auswirken und zweitens dieses Klima sich wiederum auf finanzielle Ergebnisse wie Umsatzerlöse, Ertragszuwächse, Rentabilität und Effizienz auswirkt. Goleman kam zu dem Ergebnis, dass jene Betriebe, in denen Führungsstile mit positiver emotionaler Wirkung praktiziert wurden, sich im finanziellen Bereich deutlich besser entwickelten als jene, die das nicht taten. Darüber hinaus ergab die Untersuchung, dass die Führungskräfte mit den besten Resultaten nicht nur einen einzigen Führungsstil anwendeten, sondern mehrere und  je nach Situation zwischen diesen Stilen gekonnt hin und her wechselten.
Goleman konnte sechs Führungsstile aufzeigen, die allesamt Resonanz fördern, aber dies in unterschiedlichem Maße. Vier davon wirken sich positiv auf das betriebliche Klima und damit auch auf die Leistung aus. Die restlichen beiden gelten als bedenklich, da sie eher zu Dissonanz führen können, wenn sie nicht richtig angewendet werden.
Nachfolgend werden diese sechs Führungsstile skizziert. Beginnen wollen wir mit den beiden als bedenklich beurteilten Ausprägungen:

Wichtig für den Betriebsinhaber ist es, nicht nur zu wissen, dass diese sechs Führungsstile am ehesten dazu geeignet sind, um über die richtige Lenkung von Emotionen Resonanz zu erzeugen. Führungskunst besteht vor allem darin, sich bewusst zu machen, mit welchem der Stile den ständig wechselnden betrieblichen Situationen begegnet werden muss. Hier geht situative Abwechslung vor Festschreibung eines einzelnen Stils. Schließlich gilt es, die persönlichen und sozialen Kompetenzen als Führungskraft emotional-intelligent zur Leitung der Mitarbeiter und damit zum Wohle des Betriebes einzusetzen.

Copyright 11/2008 by MCH
Autor: Rudolph Lauer, MCH
*) Goleman, Daniel / Boyatzis, Richard / McKee, Annie: Emotionale Führung, Berlin 2005