DE | ENG | RSS
Westdeutscher Handwerkskammertag
Unternehmerverband Handwerk NRW (LFH) 
Landesvereinigung der Fachverbände des Handwerks Landesregierung Nordrhein-Westfalen MCH Das Handwerk

LGH-News

01.02.2012 - Ländervorauswahl führt schneller zu Broschüren


Düsseldorf (LGH). Weiterhin groß ist die Nachfrage nach den zumeist kostenfreien Broschüren der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) und ihres Projektes Zukunfts-Initiative Handwerk Nordrhein-Westfalen vor allem zu grenzüberschreitenden Tätigkeiten von Handwerkern.... 
  mehr

24.01.2012 - Im Landtag zeigt der TTH „Innovationen & Energieeffizienz“


Düsseldorf (LGH). Aus Tradition innovativ - das ist das Motto des Technologie-Transfer-Ring Handwerk NRW (TTH). Schon seit vielen Jahren arbeitet dieses Projekt der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) schwerpunktartig als Mittler zwischen Wissenschaft und Handwerk - mit dem Ziel der... 
  mehr

16.01.2012 - Anleitung für Unternehmensleitbilder: Aus dem „sicheren Hafen“ auf die Reise


Düsseldorf (LGH). Gut jedes dritte Handwerksunternehmen hat ein schriftlich fixiertes Leitbild. Das hat eine aktuelle Umfrage ergeben. Es sollten jedoch durchaus mehr werden, denn solche Texte bringen gleich mehrere Vorteile: Beschreiben die Firmen darin ihren aktuellen Stand und die Visionen des Betriebs, sorgen sie damit für... 
  mehr


März 2009 - Bei der Talfahrt Schwung holen für den Aufschwung

Wohin man zurzeit auch blickt und hört – die Wirtschaft bietet (fast) nur schlechte Nachrichten. In einer solchen Situation gibt es drei Möglichkeiten zu reagieren: direkt aufgeben, den Kopf in den Sand stecken (nach dem Motto: Es wird schon nicht so schlimm werden) oder die Ärmel hochkrempeln und sagen: „Jetzt erst recht!“. Wenn Sie sich Letzterem anschließen wollen, erhalten Sie im folgenden „Thema des Monats“ Anregungen, wie Sie Ihr Unternehmen gerade jetzt noch stärker machen können, um so für den Aufschwung umso besser gerüstet zu sein.

Nur wer aktiv etwas an seiner Situation ändert, hat die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Dabei ist es wichtig, nicht in „blinden Aktionismus“ zu verfallen, sondern zielgerichtet und überlegt zu handeln. Schnellschuss-Aktionen helfen meistens nur kurzfristig. Manchmal geht der Schuss sogar nach hinten los. Besser ist es, längerfristige Planungen und Strategien zu entwickeln, Strukturen zu erneuern und dabei die Lage einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Nicht nur im Privaten, sondern auch für den Betrieb gilt, dass Krisen Gelegenheit bieten, sich von unnötigem Ballast zu befreien. Damit sind nicht Ihre Mitarbeiter gemeint. Vielmehr ist jetzt die Zeit gekommen, Abläufe, Gegebenheiten und Strukturen zu hinterfragen, anzupacken und zu verändern: 

All diese Fragen stellen Anregungen für Sie dar, Ihre jetzige Situation zu analysieren und sie zu optimieren. Wo sind die Schwachstellen in Ihrem Unternehmen, wo sollten Sie ansetzen mit Veränderungen? Wo sind Verbesserungen sinnvoll? Ehe Sie jetzt jedoch voller Tatendrang anfangen und Ihre Ressourcen auf alle möglichen Stellen verteilen, raten wir Ihnen: Bearbeiten Sie bitte nicht alle Schwachstellen gleichzeitig. Sonst wissen Sie bald nicht mehr, wo Ihnen der Kopf steht. Schlagen Sie vielmehr zuerst die wichtigen Schlachten, bevor Sie sich auf den Nebenkriegsschauplätzen tummeln. Setzen Sie also klare Prioritäten und gehen Sie zielgerichtet vor: Notieren Sie alle Stellen, die verbesserungswürdig sind, und bewerten Sie diese nach Wichtigkeit und Dringlichkeit.
Am besten erfolgt die Bewertung im Team, das aus allen oder zumindest aus ausgewählten Mitarbeitern besteht. Indem Sie diese einbinden, nutzen Sie nicht nur deren Wissen (auch sehen mehr Augen mehr), sondern Sie erhöhen zugleich die Akzeptanz für die Veränderungen. Denn wer eine Neuerung mit erarbeitet oder wenigstens mit beschlossen hat, der steht auch hinter ihr und wird versuchen, sie bestmöglich umzusetzen, und sie gegenüber kritischen Kollegen verteidigen.

Hinterfragen Sie auch Ihre Produkte, Ihre Preispolitik und Ihre Dienstleistungen.

Dienstleistungen:

Fast nirgendwo werden nur noch reine Produkte verkauft. Meistens verkaufen Sie ein Leistungsbündel aus Produkt und dazugehöriger Dienstleistung. Schon Ihre besonderen Öffnungszeiten sind ein spezieller Service, wenn Sie beispielsweise als Bäcker sonntags extra lange aufhaben. Bei immer vergleichbarer werdenden Angeboten sind Dienstleistungen oft das Zünglein an der Waage. Fragen Sie also kritisch: 

Produkte:

Fragen Sie bei Ihren Kunden nach, was ihnen gefallen hat, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt und womit sie besonders zufrieden waren. So können Sie Ihre Produkte noch besser an die Wünsche Ihrer Kunden anpassen. Erhöhen Sie den Auskunftswillen etwa mit einem Anreiz in Form einer kleinen Aufmerksamkeit. So locken Sie Ihren Kunden auch mal wieder in Ihr Geschäft, bringen sich wieder in Erinnerung.

Preispolitik:

Die Preisfindung für Produkte, Angebote und Dienstleistungen ist immer schwierig und von vielen Faktoren abhängig. Welche Kosten entstehen, welches Material wird eingesetzt usw. Selten fragt man sich aber, welchen Preis der Kunde bereit ist zu bezahlen? Diesen festzustellen ist enorm schwierig, aber wenn Sie diesen überbieten, dann haben Sie einen potenziellen Kunden verloren. Ein Anhaltspunkt ist bei den Preisen Ihrer Konkurrenten zu finden. Schließlich vergleichen Kunden von heute in der Regel immer mehrere Angebote miteinander. Fragen Sie aber ruhig auch einmal in Ihrem Bekanntenkreis, bei Branchenfremden nach, was eine bestimmte Leistung deren Meinung nach kosten würde. Auf jeden Fall sollten Sie regelmäßig Ihre Preise überprüfen und gegebenenfalls anpassen.
Es ist auch immer wichtig, eine Nachkalkulation durchzuführen, das heißt zu fragen, ob ich mit dem erzielten Preis meine tatsächlich entstandenen Kosten decken konnte? So erkennen Sie auch, welche Produkte Ihnen wirklich bei der Deckung Ihrer Kosten helfen und welche nur mitlaufen.

In der Zeitung las man in diesen Tagen wieder, dass die Schwarzarbeit angestiegen ist. Sollte ein Kunde bei Ihnen diese anfragen, so können Sie ihm mit folgenden Argumenten Stand halten: Schwarzarbeit ist nicht nur illegal, sondern Steuervorteile und Förderung gibt es nur auf Rechnung (und Überweisung), ebenso die Gewährleistung. Achten Sie in Ihren Rechnungen darauf, den Arbeitslohn und die Fahrtkosten gesondert auszuweisen, denn nur diese unterliegen dem Steuervorteil. Info-Flyer für Ihre Kunden erhalten Sie beim ZDH unter  http://www.zdh.de/publikationen/flyer-und-broschueren/aktualisiert-steuerbonus-fuer-handwerkerleistungen.html .

Zu allen gestellten Fragen können Sie sich natürlich auch Unterstützung von Ihrer Handwerkskammer und Ihrem Fachverband holen. Auf den Internetseiten der LGH finden Sie zu den einzelnen Fragestellungen ebenfalls vertiefende Informationen, z. B. im Archiv des „Thema des Monats“ oder in den Broschüren.

Nicht zu unterschätzen ist die psychologische Wirkung einer positiven Einstellung zum Unternehmer-Sein und zu den Kunden. Diese führt zu einer positiven Ausstrahlung und die wiederum verändert die Erwartungen der Kunden: Sie sehen auf einmal auch nicht mehr alles nur „schlecht“. Gute Laune ist eben ansteckend. Oder Sie helfen nach und versüßen dem Kunden die turbulente Zeit mit ihren wenig erfreulichen Nachrichten: Geben Sie ihm die Möglichkeit, sich über etwas zu freuen. Eine kleine Aufmerksamkeit in Form einer Dienstleistung wirkt manchmal Wunder. Haben Sie eine Badewanne erneuert, sind Badezusätze oder Badekugeln eine schöne Aufmerksamkeit; als Fleischer können Sie Ihren Kunden Rezepte zur Verfügung stellen usw.

Viele Unternehmen beschäftigen sich nur mit der Neukundengewinnung und vergessen ihre Stammkunden. Es ist aber wesentlich leichter, Kunden zu behalten und zu weiteren Käufen anzuregen, als neue zu gewinnen. Bringen Sie sich daher bei Ihrer Stammkundschaft wieder ins Gedächtnis. Anregungen hierzu finden Sie in einer Ideenliste der LGH. Diese können Sie unter Tel.: 0211/ 30 108-322 oder wissel@lgh.de bestellen.
Zur Pflege des Kundenstammes gehört nachzufragen, ob Ihre Kunden mit Ihnen und Ihren Produkten zufrieden sind. Führen Sie also regelmäßig eine Kundenbefragung durch. Informationen dazu finden Sie hier und hier. Dabei können Sie gleich auch Ideen und Verbesserungsvorschläge abfragen, denn die besten haben nämlich oft die Kunden. Zufriedene Kunden können Sie zudem zu Empfehlungen anregen oder als Referenzgeber nutzen.

Copyright 3/2009 by MCH
Autorin: Ines Wissel, MCH