Das Jahr neigt sich dem Ende zu, daher ist es Zeit für ein Resümee und für gute Vorsätze mit Blick auf das neue Jahr. Was werden Sie sich vornehmen? Möchten Sie sich bei all den Leckereien, um die man in den letzten Wochen des Jahres nicht vorbeikommt, künftig gesünder ernähren, mehr für Ihre Fitness tun? Damit es nicht bei diesen bloßen Absichten bleibt, sollten Sie Ihrem Vorhaben mehr Nachdruck verleihen und Ihr eigenes Wohlergehen und das Ihrer Mitarbeiter voranbringen, indem Sie Gesundheitsförderung in Ihrem Betrieb einführen. Gemeinsam fällt es nun einmal leichter, Vorsätze auch in die Tat umzusetzen. In diesem Thema des Monats wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie auch in einem kleineren Handwerksbetrieb Krankheitsprävention und betriebliche Gesundheitsförderung in die Praxis umsetzen können. Beugen Sie nicht nur Krankheiten vor, sondern unterstützen Sie aktiv das Wohlergehen Ihrer Mitarbeiter! Warum sollten Sie das tun? Welcher Nutzen ergibt sich dadurch für Sie? Auch darauf geben wir Ihnen Antworten.
Für einen Handwerksbetrieb sind seine Mitarbeiter die wichtigste Ressource. Vor dem Hintergrund der zunehmend älteren Belegschaften ist der Erhalt der Gesundheit, der Arbeitsfähigkeit und auch der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft bis ins hohe Alter wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.Das sagt sich auf den ersten Blick leichter, als es getan ist. Denn in vielen kleinen und mittleren Betrieben hat das Tagesgeschäft Vorrang. Dem Thema Gesundheit wird daher oft keine hohe Priorität eingeräumt. Allerdings sind die Kosten, die durch krankheitsbedingte Fehlzeiten entstehen, nicht zu vernachlässigen. Die Handwerkskammern rechnen für einen AU-Tag je nach Gewerk und Betriebsgröße mit Kosten in Höhe von 200 bis 400 Euro. Im Durchschnitt fehlte jeder Beschäftigte im Handwerk im Jahr 2007 krankheitsbedingt 14 Tage am Arbeitsplatz. Da kommen schnell erhebliche Summen zusammen. Investieren Sie also in Ihre Gesundheit und in die Ihrer Mitarbeiter! Damit Ihre Investition auch zielführend ist, sollte die Gesundheitsförderung nicht nach dem Gießkannenprinzip eingeführt werden, sondern es sollte ein Konzept erstellt und systematisch umgesetzt werden. Ein planvolles Vorgehen ist hier sinnvoll. Die einzelnen Schritte dabei lauten:
- Vorbereitung/Planung
- Bestandsaufnahme/Analyse des Ist-Zustandes
- Zielsetzung
- Maßnahmenplanung
- Zeitplan
- Maßnahmendurchführung
- Wirksamkeitsüberprüfung/Erfolgsbewertung
1. Vorbereitung/Planung
In der Vorbereitungsphase ist es wichtig, dass sich die Unternehmensleitung und die Mitarbeiter über das Vorgehen und die Relevanz der Maßnahmen zur Gesundheitsförderung verständigen. Sprechen Sie also mit Ihrem Team darüber, was Sie vorhaben und was Ihre Beweggründe dafür sind. Werben Sie um das Engagement Ihrer Mitarbeiter, denn ohne dieses wird Ihre Aktion schief gehen.
Zunächst einmal ist es wichtig, sich einen Überblick über den Ist-Zustand der Gesundheitssituation im Betrieb zu verschaffen.
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Analysieren Sie Ihre Arbeitsunfähigkeitsdaten. Wie hoch ist der Krankenstand? Liegt er über dem branchenüblichen Durchschnitt? Diese Informationen erhalten Sie aus dem aktuellen Gesundheitsbericht der Krankenkassen.
- Nehmen Sie Arbeitsplätze und Arbeitsumfelder (auch außerhalb des Betriebes, z.B. Baustellen) unter die Lupe. Hinweise auf Verbesserungspotenziale kann auch die Gefährdungsbeurteilung liefern, die jeder Arbeitgeber nach dem Arbeitsschutzgesetz in seinem Betrieb durchführen muss, um Schwachstellen aufzudecken. Hilfestellung bei der Erstellung einer solchen Analyse möglicher Gefahren finden Sie im Internet. Zum Beispiel hat die Dortmunder Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin unter www.gefaehrdungsbeurteilung.de Basiswissen, Handlungshilfen und weiterführende Literaturhinweise zusammengestellt. Dort gibt es unter anderem Leitfäden auch für kleine und mittlere Unternehmen. Auskünfte bieten darüber hinaus die Gewerbeaufsicht und die Berufsgenossenschaften.
- Befragen und beteiligen Sie die Mitarbeiter. Geben Sie ihnen so die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge zu machen, und setzen Sie diese auch um (oder erklären Sie, warum dies – noch – nicht möglich ist).
- Holen Sie sich Unterstützung! Experten erkennen mögliche Belastungen und können Tipps zu deren Vermeidung geben. Diese Fachleute finden Sie beispielsweise bei der Krankenkasse, die Sie später auch zu möglichen Maßnahmen beraten kann. Krankenkassen bieten beispielsweise Schulungen der Bewegungsabläufe am Arbeitsplatz an.
Hier geht es vor allem um die Frage, was Sie erreichen wollen. Ziele können beispielsweise sein - ein sinkender Krankenstand,
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mehr Mitarbeiterzufriedenheit und damit ein besseres Betriebsklima, bessere Qualität der Arbeit und mehr Kundenzufriedenheit,
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weniger Fluktuation.
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Spezifisch-konkrete Beschreibung dessen, was erreicht werden soll: Beispielsweise eine Reduzierung der Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage).
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Messbar: Die Arbeitsunfähigkeitstage der Mitarbeiter sind feststellbar, ihre Veränderung ist daher messbar.
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Attraktiv für Sie als Unternehmer ist die Kostensenkung durch weniger AU-Tage.
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Realistisch ist es, die Senkung des Krankenstandes im Unternehmen langfristig anzugehen. Orientieren Sie sich am Branchendurchschnitt.
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Terminierbar sollten die Maßnahmen sein. Betriebliche Gesundheitsförderung ist zwar ein langfristiger Prozess und Sie sollten sich Zeit geben. Aber wenn Sie sich neben dem langfristigen Ziel „Reduzierung der AU-Tage“ auch kurzfristig erreichbare Ziele setzen, bringt das Erfolgserlebnisse und erhöht die Chance, durchzuhalten. Ein solches „Etappenziel“ kann ein gemeinsames regelmäßiges gesundes Frühstück sein, das zudem die Kommunikation im Betrieb fördert, ein gemeinsam organisierter Lauftreff oder ähnliches.
Erörtern Sie die Ergebnisse Ihrer Recherchen mit allen Beteiligten und legen Sie die einzelnen Maßnahmen fest! Dabei können – natürlich neben Ihren Mitarbeitern – wieder Experten z.B. von Krankenkassen, Kammern und Verbänden oder auch Berufsgenossenschaften helfen. Ziel ist die Erarbeitung eines Konzeptes.
- Welche Maßnahmen sollen umgesetzt werden?
- Wer ist daran beteiligt?
- Was kostet dies?
- Wann und wie sollen die Maßnahmen durchgeführt werden? Innerhalb oder außerhalb der Arbeitszeiten? Handelt es sich um ein einmaliges Ereignis (Besuch eines Vortrags zur Gesundheitsförderung) oder um wiederkehrende Ereignisse (regelmäßige Treffen einer Laufgruppe)?
Wie schon beim „t“ wie „terminierbar“ erwähnt, sollten Sie nichts überstürzen oder zu schnelle Ergebnisse erwarten. Realismus ist also angesagt, wenn es um den Zeitplan geht.
- Veröffentlichen Sie Maßnahmen, Ziele und Daten der Zielerreichung.
- Setzen Sie neben dem langfristigen Ziel auch kleine Ziele bzw. Meilensteine fest, an denen schnell eine erste Veränderung zu erkennen ist. Dies steigert die Motivation für den gesamten Veränderungsprozess.
6. Maßnahmendurchführung
Führen Sie die verabredeten Maßnahmen durch und kommunizieren Sie die Erfolge der kleinen Ziele! Nur so kann jeder in Ihrem Team seinen „inneren Schweinehund“ überwinden und bleibt engagiert bei der Sache.
7. Erfolgsbewertung
Die Akzeptanz und die Auswirkungen der Maßnahmen ist immer wieder zu überprüfen: Wie sind die einzelnen Teilschritte angenommen worden? Konnten die Ziele mit den durchgeführten Maßnahmen erreicht werden? Unter Umständen müssen Sie kleinere Korrekturen an Ihren Planungen vornehmen.
Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung können einen verhaltensorientierten (personenbezogene Veränderung des Verhaltens) und einen verhältnisorientierten Charakter (Veränderung der betrieblichen Verhältnisse bzw. der Arbeitsbedingungen) haben. Am besten kombinieren Sie beide Aspekte miteinander. Denn eine Verhaltensänderung, wie sie beispielsweise der Besuch einer Rückenschule nach sich ziehen sollte, führt häufig nicht zu einer längerfristigen Beschwerdeminderung, wenn nicht auch eine Änderung der Arbeitsabläufe und -umstände hinzukommt. Eine erfolgreiche und nachhaltige betriebliche Gesundheitsförderung ist daher mehr als nur eine einzeln durchgeführte Maßnahme wie ein Rückenschule-Kursus. Aber keine Angst: Die Zusammenstellung eines passgenauen Maßnahmenkataloges für die Situation in Ihrem Betrieb ist keine unlösbare Aufgabe. Falls Sie Fragen haben, helfen wir Ihnen gerne weiter.
Einige Beispiele gesundheitsfördernder Maßnahmen können sein:
a) Verhältnisbezogene Gestaltungsansätze im technischen Bereich:
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Gesundheitsfördernde Umgestaltung des Arbeitsplatzes durch z.B. Vermeidung von Zugluft, verbesserte Beleuchtung
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Verringerung gesundheitsgefährdender Stoffe durch z.B. Anwendung alternativer Materialien
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Optimierungen an Verfahren und Maschinen
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Lebenslanges Lernen, z.B. Fort- und Weiterbildung unabhängig vom Alter der Beschäftigten, um Mitarbeiter vielfältig einsetzen zu können
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Arbeit in altersgemischten Teams
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Gesundheitsfördernder Arbeitsablauf, z.B. Verhinderung langer monotoner Arbeiten, indem Tätigkeits- und Belastungswechsel gefördert werden (Job Rotation, Job Enlargement)
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Gesundheitsfördernde Arbeitszeit- und Pausengestaltung, z.B. flexible Arbeitszeiten mit hoher Zeitsouveränität
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Kooperation und Kommunikation betreffend, z.B. Mitspracherecht bei der Änderung von Betriebsabläufen
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Arbeitsklima und Führungsstil betreffend, z.B. Unternehmer-Weiterbildung (Mitarbeiter-Führungs-Kursus)
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Weiterbildungsmaßnahmen und freiwillige Vorsorgeuntersuchungen, z.B. Stressbewältigungsseminar, Rückentest und präventive Rückenschule.
Ein Rechenbeispiel: 2008 fehlte bei der Mustermann GmbH jeder der acht Mitarbeiter im Durchschnitt 19 Tage. Das ergibt einen Fehlzeitquotienten von 9,5. (19 Ausfalltage x 8 Mitarbeiter geteilt durch 200 Sollarbeitstage x 8 Mitarbeiter ergibt 152 Ausfalltage geteilt durch 1600 Sollarbeitstage = 9,5%). Im Jahr 2009 fehlte nach Einführung der Maßnahmen jeder Mitarbeiter im Durchschnitt nur 14 Tage. Dies bedeutet, dass der Fehlzeitenquotient auf 7 gesunken ist (112 Ausfalltage geteilt durch 1600 Sollarbeitstage = 7%).
Die Einführung betrieblicher Gesundheitsförderung ist ein langfristiger Prozess. Er bringt noch mehr, wenn das gesundheitsfördernde Verhalten nicht nur im Arbeitsalltag, sondern möglichst auch in der Freizeit der Mitarbeiter praktiziert wird. Um das Bewusstsein der Mitarbeiter für ihr Wohlergehen „rundum“ zu stärken, ist es von Bedeutung, dass die Beschäftigten frühzeitig in den Gestaltungsprozess einbezogen und ihnen Angebote vorgestellt werden, die sie ohne größere Probleme nutzen können.
Die Unternehmensleitung sollte dabei mit gutem Beispiel vorangehen. Motivieren Sie also Ihre Mitarbeiter dazu, ihre Beweglichkeit zu fördern und einen Ausgleich zu belastenden Tätigkeiten auszuüben. Sportliches Engagement stärkt den Teamgeist, die körperliche Fitness und somit auch die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft Ihrer Mitarbeiter. Eine erste Zielmarke können Sie setzen, indem Sie sich (und Mitarbeiter/-innen) zu unserem „Z-Fit“- Staffellauf am 2. Mai 2010 in Düsseldorf anmelden! Sie wollen mehr dazu wissen? Dann lesen Sie unter www.zih-nrw.de nach.
Die „Zukunfts-Initiative Handwerk Nordrhein-Westfalen“ und insgesamt die LGH wünschen Ihnen und Ihren Mitarbeitern in diesem Sinne ein gesundes und fittes Jahr 2010!
Copyright 12/2009 by LGH
Autorin: Katrin Dackow, LGH






