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Westdeutscher Handwerkskammertag
Unternehmerverband Handwerk NRW (LFH) 
Landesvereinigung der Fachverbände des Handwerks Landesregierung Nordrhein-Westfalen MCH Das Handwerk

LGH-News

01.02.2012 - Ländervorauswahl führt schneller zu Broschüren


Düsseldorf (LGH). Weiterhin groß ist die Nachfrage nach den zumeist kostenfreien Broschüren der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) und ihres Projektes Zukunfts-Initiative Handwerk Nordrhein-Westfalen vor allem zu grenzüberschreitenden Tätigkeiten von Handwerkern.... 
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24.01.2012 - Im Landtag zeigt der TTH „Innovationen & Energieeffizienz“


Düsseldorf (LGH). Aus Tradition innovativ - das ist das Motto des Technologie-Transfer-Ring Handwerk NRW (TTH). Schon seit vielen Jahren arbeitet dieses Projekt der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) schwerpunktartig als Mittler zwischen Wissenschaft und Handwerk - mit dem Ziel der... 
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16.01.2012 - Anleitung für Unternehmensleitbilder: Aus dem „sicheren Hafen“ auf die Reise


Düsseldorf (LGH). Gut jedes dritte Handwerksunternehmen hat ein schriftlich fixiertes Leitbild. Das hat eine aktuelle Umfrage ergeben. Es sollten jedoch durchaus mehr werden, denn solche Texte bringen gleich mehrere Vorteile: Beschreiben die Firmen darin ihren aktuellen Stand und die Visionen des Betriebs, sorgen sie damit für... 
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April 2009 - Den „Girls’ Day“ nutzen und junge Frauen umwerben

Am 23. April ist „Girls`Day“. Beim „Mädchen-Zukunftstag“ können Betriebe wieder für Schülerinnen ab der Klasse 5 die Pforten öffnen und ihnen die Möglichkeit bieten, handwerkliche Berufe direkt kennen zu lernen. Auch Ihr Betrieb sollte noch schnell die Gelegenheit nutzen und sich am Girls`Day beteiligen. Aber auch über diesen Tag hinaus gilt: Wenn Sie das Interesse der jungen Mädchen wecken, erschließen Sie sich eine immer wichtiger werdende Zielgruppe, um den Fach- und Führungskräftebedarf im Handwerk zu decken. Von den Vorteilen der Beschäftigung von Frauen besonders in bislang männlich dominierten Berufen handelt daher dieses „Thema des Monats“.

Wenn Sie also angeregt werden, beim Girls`Day mitzumachen, finden Sie Tipps, Praxisbeispiele und Hintergrundinformationen dazu unter http://www.girls-day.de/ . Die bundesweite Koordinierungsstelle bietet ebenfalls Beratung und Unterstützung an. Auf der Arbeitskreiskarte finden sich zudem über 350 Girls`Day-Arbeitskreise als Kontakte vor Ort. Auf der „Aktionslandkarte“ sind bereits viele Handwerksunternehmen verzeichnet – von der Tischlerei Bernhard Jüssen GmbH aus Bornheim im Rheinland bis zur BSS Metallbau und Schiffsausbau GmbH mit Sitz in Lemgo, von den Firmen Orthopädie Hammerich und Stuth Raumausstattung in Wismar an der Ostseeküste bis zur Passauer Metzgerei Königsbauer ganz im Süden der Republik.
Der Girls’Day geht in diesem Jahr in die neunte Runde. Er wurde ins Leben gerufen, um mehr junge Frauen in technische Berufe zu holen. Auch im Handwerk sind sie nach wie vor unterrepräsentiert. Und das, obwohl Mädchen heutzutage hinsichtlich ihrer Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit gegenüber ihren männlichen Altersgenossen in nichts zurückstehen beziehungsweise sogar die Nase vorn haben. Nicht zuletzt die Abgangszeugnisse der Schulen sprechen immer wieder Bände. Dennoch sind weniger als ein Viertel der Jugendlichen in einer handwerklichen Ausbildung weiblich. In einzelnen Bereichen wie den Bau-, Ausbau- und Holzhandwerken liegt ihr Anteil sogar nur im einstelligen Prozentbereich und in den Elektro- und Metallhandwerken sind lediglich zwei von 100 Lehrlingen weiblich.
Die Potenziale junger Frauen werden also ganz offensichtlich noch nicht in ausreichendem Maße bei der Nachwuchsgewinnung im Handwerk genutzt. Gerade vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels gewinnt diese Feststellung an Bedeutung – auch über den Girls`Day und die Frage, ob Sie jetzt dort mitmachen oder nicht, hinaus. Denn dieser Teil des demografischen Wandels macht ganz allgemein eine Erhöhung des Anteils weiblicher Auszubildender - besonders in heutigen „Männerberufen“ - zur Sicherung des künftigen Personalbedarfs dringend notwendig.
Junge Frauen sind motiviertViele junge Frauen verfügen über eine hohe Motivation, zu lernen und sich einzusetzen. So verkündet der 2. Nationale Bildungsbericht: „Mädchen und junge Frauen werden im Bildungssystem immer erfolgreicher.“ Sie bewältigen den Übergang von der Schule in die Berufsausbildung besser und schneller, bevorzugen eine Ausbildung im anspruchsvolleren Segment und nutzen als Berufstätige die Angebote zur Weiterbildung intensiver als ihre männlichen Altersgenossen. Die Bildungsstatistiken des Handwerks zeigen ebenfalls, dass junge Frauen eine Berufsausbildung und auch die Meisterschule erfolgreicher abschließen als Männer. Hinzu tritt ein stärkeres soziales Engagement – auch dies ein Faktor, der im Wirtschaftsleben immer mehr Bedeutung bekommt.
Bei einer Befragung von 4.000 jungen Frauen aus gewerblich-technischen Ausbildungsberufen zu den positiven Aspekten ihres Berufes nannten sie an erster Stelle den Umgang mit den Materialien und der Technik, dicht gefolgt von der Möglichkeit zum kreativen, gestalterischen Arbeiten. Ferner war es den befragten Frauen wichtig, aktiv im Herstellungsprozess mitzuwirken und abwechslungsreiche Arbeiten übernehmen zu können. Auch die Freude am Umgang mit Menschen wurde bei dieser Umfrage von den jungen Frauen angeführt, insbesondere bei der Beratung. Die Kundenzufriedenheit ist für sie ein wichtiger Aspekt, zumal sie das Lob der Kunden als Anerkennung für ihre geleistete Arbeit sehen. Vor dem Hintergrund des ja deutlich steigenden Beratungsbedarfs im Zusammenhang mit handwerklichen Produkten und Dienstleistungen, bei dem die individuelle Gestaltung eine immer größere Rolle spielt, können gerade solche Kompetenzen zu einem Wettbewerbsvorteil für Handwerksbetriebe werden.
Motiviert, leistungsbereit und interessiert an einer anspruchsvollen, interessanten Ausbildung, in die sie ihre Kompetenzen einbringen können – das zeichnet also viele junge Frauen aus. Über den Girls’Day können Sie einen Tag in Ihrem Unternehmen anbieten, in dem die Bewerberinnen sich ein genaues Bild von Betrieb und Beruf machen können. Sie als Firmeninhaber beziehungsweise Ausbilder haben dadurch wiederum die Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck von der Jugendlichen zu machen und ihr eventuell ein Praktikum anzubieten.

Die Vorzüge gemischter Teams

Wenn Sie sich entschließen, junge Frauen in eine Ausbildung zu holen und so zu einem gemischten Team beizutragen, bringt dies für Ihren Betrieb eine Reihe von Vorteilen. Der Umgangston im Handwerk, besonders in männlich dominierten Berufen, ist teilweise rau oder sogar schroff. In gemischten Belegschaften fallen der Gesprächsstil und die gesamte Art, miteinander zu arbeiten, hingegen freundlicher und kommunikativer aus. So betonen Mitarbeiter von Betrieben, die zu gemischten Teams übergegangen sind, dass sich der mildere, stärker von Wertschätzung geprägte Umgangston positiv auf die gesamte Arbeitsatmosphäre auswirkt. Die Kollegen seien motivierter und nicht zuletzt hilfsbereiter untereinander, was sich letztlich auch auf die Produktivität des Unternehmens auswirke. Zudem wird bemerkt, dass diese Veränderungen der Betriebskultur von den Kunden ebenfalls wahrgenommen und honoriert werden.
Allerdings ist der Übergang von überwiegend männlich besetzten Betrieben zu einer gemischten „Mannschaft“ behutsam zu begleiten. Diese Aufgabe ist Chefsache und von Ihnen als Betriebsinhaber/Betriebsinhaberin aktiv und verantwortungsvoll zu erfüllen. Ohne eine solche Führung besteht die Gefahr, dass eine weibliche Auszubildende sich der „Übermacht“ ihrer männlichen Kollegen geschlagen geben muss, ohne ihre besonderen Kompetenzen für sich selbst und zum Nutzen des Betriebs entwickeln zu können. Alleine gelassen erscheint es den jungen Frauen häufig aussichtslos, gegen ungeliebte Umgangsformen ihrer männlichen Kollegen anzugehen. Die Folge sind nicht selten Rückzug und eine verdeckte Frustration. Die jungen Frauen fliehen in die Unauffälligkeit, sie machen sich „unsichtbar“.
Firmeninhaber/innen oder Ausbilder/innen tragen eine besondere Verantwortung für die Betriebskultur. Sie sollten ihre Führungsaufgabe insbesondere dann wahrnehmen, wenn erstmalig eine weibliche Auszubildende eingestellt oder die Belegschaft in ein gemischtes Team überführt wird. Es ist wichtig, den männlichen Mitarbeitern unmissverständlich klarzumachen, welche Art des Umgangs mit der neuen Kollegin/den neuen Kolleginnen erwartet wird. Beispielsweise gilt es, freundlich, aber deutlich zu betonen, dass der Betrieb kein Ort für verletzende Darstellungen oder sexistische Witze ist.
Klar formulierte Regeln, die für alle gelten, spielen für die Betriebskultur eine übergeordnete Rolle. Sie bilden die Basis für ein wertschätzendes Miteinander zwischen den Beschäftigten. Dies lässt sich durch einfache Kommunikationsregeln verfestigen – beispielsweise Zuhören, Ausreden lassen, gegenseitig Respekt zollen, keine verletzenden Äußerungen anbringen, offene Gespräche über Schwierigkeiten führen, „Bitte“ und „Danke“ sagen. Achten Sie daher auf die Sprache in Ihrem Betrieb. Zeigen Sie Ihrer neuen Auszubildenden, dass Sie deren „Frau sein“ respektieren und schätzen.

Welche Besonderheiten sind zu beachten?
Junge Frauen als Auszubildende auch in männlich dominierte Handwerksberufe aufzunehmen bietet also für alle Beteiligten besondere Chancen. Damit sie zum Tragen kommen, sollten Sie als Ausbilder allerdings einiges beachten.Trotz hoher Motivation und guten Voraussetzungen auf fachlicher Ebene stoßen weibliche Auszubildende in typischen Männerberufen bei Mitarbeitern, Kunden, Eltern und Bekannten – also in ihrem gesamten Umfeld – oftmals zunächst auf kritische Betrachtungen. Sie haben es ungleich schwerer, ihre Kompetenzen „an den Mann zu bringen“. Als Chef beziehungsweise Ausbilder können Sie dabei eine hilfreiche Rolle übernehmen, indem Sie die Akzeptanz Ihrer Auszubildenden aktiv fördern. Wenn Sie beispielsweise bei einem Auftraggeber oder einem anderen Handwerker offene oder nur mühsam versteckte Skepsis gegenüber Ihrer jungen Mitarbeiterin bemerken, können Sie ihr mit einem Hinweis auf ihre Kompetenz, ihre Lernfortschritte oder ihre gewissenhafte Arbeitsweise den Rücken stärken.
Bedenken Sie darüber hinaus: Weibliche Lehrlinge ziehen ihre Fähigkeiten eher in Zweifel, bewerten ihre Leistungen kritischer und zurückhaltender und nehmen Kritik oft persönlich. Sie äußern sich selten von sich aus über Dinge, die sie als störend empfinden. Junge Männer hingegen geben sich eher einzelkämpferisch und halten ihre Leistungen oft grundsätzlich für gut.
Viele weibliche Auszubildende in gewerblich-technischen Bereichen gehen außerdem anders an neue Aufgaben heran als ihre männlichen Kollegen. Während diese einfach anfangen und sich daran machen, über „Versuch und Irrtum“ herauszufinden, wie es am besten geht, zeigen sich Mädchen eher zögerlich und fragen häufiger nach, bevor sie loslegen. Sie wollen zuerst den Gesamtüberblick haben, gehen planender an die Aufgabe heran und wollen sie verstehen. Sie arbeiten in der Regel sorgfältig, gründlich und verantwortungsbewusst, ziehen sich allerdings auch häufiger in Zweifel. Dabei ist das Endergebnis ihrer Arbeit in der Regel wenigstens genau so gut wie bei einer „männlichen“ Herangehensweise.
Junge Frauen als Auszubildende übernehmen unliebsame, aber notwendige Arbeiten wie Werkstatt aufräumen, Firmenfahrzeuge pflegen oder Botengänge machen mit sehr viel weniger Widerstand als junge Männer. Sie lassen sich leichter in bestehende Strukturen einfügen. Das klingt erst einmal sehr vorteilhaft, birgt aber einige Gefahren: Junge Frauen erledigen diese Arbeiten, sind aber auch sehr kritisch in Bezug auf die Aufgabenverteilung. Allerdings sprechen sie das - anders als ihre männlichen Altersgenossen - nur selten aus. Daher ist besonders darauf zu achten, dass als unliebsam bewertete Aufgaben nicht vorrangig den jungen Frauen in Ihrem Betrieb zugeschoben, sondern auf alle Auszubildenden gleichermaßen verteilt werden.
Betonen Sie dabei den Wert und die Wichtigkeit dieser Arbeiten. Aufgeräumte Arbeitsplätze lassen beispielsweise ein sauberes schnelles und sicheres Arbeiten zu. Eine sorgfältig geführte Werkstatt oder ein gepflegtes Firmenfahrzeug dienen auch als Aushängeschilder Ihres Betriebs, denn sie vermitteln den Kunden einen Eindruck von Ihrer Kompetenz, Zuverlässigkeit und Sorgfalt. Ganz generell sollten Sie sich bemühen, die als unliebsam bewerteten Aufgaben mit geschätzten Tätigkeiten zu koppeln und dann der oder dem Auszubildenden die Verantwortung dafür zu übertragen.

Zur Auswahl im Bewerbungsverfahren

Unerwähnt blieb bislang, dass in diesem Zusammenhang eine gesetzliche Vorgabe von Belang ist: Das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)“. Aufgrund  dieses Gesetzes ist es beispielsweise nicht erlaubt, eine Stellenanzeige für eine offene Lehrstelle aufzugeben, die geschlechtsspezifische Entscheidungskriterien erkennen lässt.
Bei der Lehrlingsauswahl sollte es entscheidend für Sie sein, den Blick auf die Kompetenzen der Bewerberinnen und Bewerber zu legen und diese geschlechtsneutral zu betrachten. Ein Abgleich mit den Anforderungen Ihres Betriebes zeigt schnell auf, welche Bewerber/innen Sie in die engere Wahl ziehen können.Oftmals wird auch das Argument fehlender separater Sanitärräume angeführt. Dabei ist diese Begründung schon lange nicht mehr stichhaltig: Nach Geschlechtern getrennte Wasch- und Umkleideräume oder Toiletten sind bereits seit 1983 grundsätzlich nicht mehr erforderlich, wenn ein männlich besetztes Unternehmen Frauen beschäftigt. Der Betrieb ist lediglich dazu verpflichtet, organisatorische Maßnahmen zu treffen, welche die Geschlechtertrennung gewährleisten. Dabei kann es sich beispielsweise um von innen abschließbare Räume handeln oder um unterschiedliche Benutzungszeiten dieser Räumlichkeiten.

Vertiefende Tipps zum Thema finden Sie in der Broschüre „Chancen nutzen! Zur Ausbildung junger Frauen im Handwerk“, erhältlich als kostenloses Download unter http://www.ziellauf.de/ oder per Bestellung unter front_content.php?idcat=101 .


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Autorin: Dr. Annette Klotz, LGH