Das Streben nach Unabhängigkeit steht bei Frauen, anders als bei Männern, an erster Stelle der Gründungsmotive. Dies ergab eine Untersuchung. Erst mit weitem Abstand folgen die berufliche Selbstverwirklichung und das Streben nach höherem Einkommen.
Der Anteil der Unternehmerinnen in Deutschland hat sich seit den 70er Jahren fast verdreifacht. Um diesen positiven Trend weiter zu verstärken, ist es wichtig, dass sich Existenzgründerinnen bei einer richtigen Geschäftsidee mit ihrer Einsatzbereitschaft, Kreativität und Verantwortungsfähigkeit genauso entfalten können wie ihr männliches Pendant. Notwendig sind deshalb angemessene Ansprache und Beratung , die auf die teilweise besondere wirtschaftliche, berufliche und familiäre Situation vieler gründungswilliger Frauen eingehen.
Probleme auf dem Weg in die Selbstständigkeit:
- Verhandlungen mit Banken/Akzeptanzprobleme
Nach Einschätzung von Experten sind Gründerinnen oft nicht so geübt darin, „sich zu verkaufen", wie ihre männlichen Kollegen. Dies kann sich vor allem bei Verhandlungen mit Kreditinstituten negativ bemerkbar machen. Wegen der Schlüsselposition, die die Banken als Kreditgeber bei einer Existenzgründung haben, sollten sich angehende Unternehmerinnen auf diese Bankgespräche besonders gut vorbereiten. Denn Frauen werden nach aller Erfahrung oft noch immer kritischer beurteilt als Männer.
Tipp:
Bereiten Sie sich auf Gespräche mit Ihrer Bank gründlich vor! Treten Sie selbstbewusst auf und legen Sie ein ausgearbeitetes Unternehmenskonzept vor!
- Akzeptanzprobleme kann es gerade in der Anfangsphase auch bei Auftraggebern, Kunden und den eigenen Mitarbeitern geben
Deshalb gilt: Nicht aufgeben, sondern selbstbewusst bleiben. Wenn die ersten Hürden genommen sind und Ihre Persönlichkeit als Unternehmerin überzeugt, schwinden anfängliche Vorbehalte schnell.
Tipp:
Weiterbildungseinrichtungen, Frauen-Vereinigungen und -verbände bieten besondere Verhaltenstrainings- und Rhetorik-Kurse an.
- Partnerschaft - Familienplanung
In der Gründungsphase, aber auch später sind Selbstständige auf Unterstützung aus ihrem persönlichen Umfeld angewiesen. Während Existenzgründer in der Regel auf die Hilfe ihrer Partnerin rechnen können, haben Gründerinnen hier häufig mit Problemen zu kämpfen, vor allem dann, wenn sie Kinder haben.
- Mangelnde berufliche Qualifikation
Immer noch erlernen Frauen oftmals traditionelle Frauenberufe, die ihnen eine spätere selbstständige Existenz erschweren.
Tipp:
Diese Nachteile können durch besondere Weiterbildungsangebote ausgeglichen werden, etwa über Know-how zur Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterführung oder zur Finanzierung.
- Mangelndes Eigenkapital und fehlende Sicherheiten
Viele Frauen verfügen über deutlich weniger eigene finanzielle Mittel als Männer. Grund dafür ist meist ihre Stellung als Hausfrau ohne eigenes Einkommen in der Familie. Zwangsläufig fehlen Existenzgründerinnen auch in der Regel genügend bankübliche Sicherheiten, die sie für einen Bankkredit vorweisen müssten.
Trotz aller besonderen Schwierigkeiten gilt aber: Wenn Frauen sich selbstständig machen, sind sie dabei im Schnitt erfolgreicher als Männer. Der Anteil der Frauen, die scheitern und deshalb die öffentlichen Fördergelder nicht mehr zurückzahlen können, ist kleiner als der entsprechende Anteil bei den Männern. Ein Grund dafür: Gründerinnen gehen ihr Gründungsvorhaben realistischer an und vermeiden zu große Risiken.
Beratung für Frauen
Mit dem praxisorientierten Leitfaden „Frauen unternehmen was - Tipps für Existenzgründerinnen" liefert das BMWi erste grundlegende Informationen als Einstiegslektüre. Umfangreiche Hilfestellungen bieten die Informations- und Schulungsveranstaltungen zur Existenzgründung und -sicherung. Gefördert werden sie vom Bund und von den Ländern. Zur Vorbereitung von Existenzgründungen ist es ratsam, die qualifizierten Beratungsdienstleistungen von Kammern, Verbänden, Kreditinstituten, Rechtsanwälten, Steuerberatern und Unternehmensberatern in Anspruch zu nehmen.
Publikationen
Broschüre des Bundesministeriums für Wirtschaft:
„Erfolgreich selbständig. Frauen unternehmen was! - Tipps für Existenzgründerinnen"
Bestellen unter: http://www.bmwi.de/
Beratungsstellen für Existenzgründerinnen:
B.F.B.M. - Bundesverband der Frau in Business und Management
[www.bfbm.de]
Das Deutsche Gründerinnen Forum e.V. (DGF) vermittelt Kontakte und gibt Hinweise zu Ausbildung, Beratung und Finanzierung von Existenzgründungen
Deutsches Gründerinnen Forum [www.dgfev.de]
Frauen am Werk e.V. bietet eine umfangreiche Internet-Linksammlung zu Frauennetzwerken
Frauen am Werk [www.frauen-am-werk.de]
Hilfe für Existenzgründerinnen
Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat auf einer Seite Tipps und Anlaufstellen für Gründerinnen zusammengestellt - vom Verband Deutscher Unternehmerinnen bis zum Expertinnen-Beratungsnetz: (http://www.deutschland-innovativ.de/)
Die bundesweite gründerinnenagentur (bga) ist das erste und einzige deutschlandweite Kompetenz- und Servicezentrum zur unternehmerischen Selbstständigkeit von Frauen über alle Branchen und Phasen der Existenzgründung, Festigung und Unternehmensnachfolge. Sie bündelt unter www.gruenderinnenagentur.de Kontakte und Informationen zu Experten und Expertinnen, Studien, Beratungseinrichtungen und Netzwerken. Eine Telefon-Hotline bietet persönliche Erstberatung (Tel.: 01805 / 22 90 22). Die bga wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und dem Europäischen Sozialfonds.





